DIE BEDEUTUNG VON JADEIT UND NEPHRIT IN DER URGESCHICHTE
04.06.2014
Jadeit und Nephrit wurden erstmals 1863 von dem französischen Mineralogen Augustine-Alexis Damour charakterisiert. Beide sind mineralogisch grundsätzlich verschieden, wobei lediglich Jadeit eine international anerkannte Gesteinsart darstellt. In ihrer Ausprägung als Schmuckstein werden beide Varietäten gemeinhin als „Jade“ bezeichnet (Jadeit – Jade und Nephrit – Jade).
Wie archäologische Funde belegen, hatten diese Gesteine in prähistorischen Gesellschaften offensichtlich eine große Bedeutung. Dies gilt für Europa ebenso wie für Mittelamerika und Asien. Der Schwerpunkt dieses Vortrags liegt naturgemäß auf Europa, die anderen beiden Regionen sollen jedoch ebenfalls kurz angesprochen werden. Das Phänomen „Jade“ scheint ein internationales zu sein.
Mit Beginn der intensiven Erforschung europäischer Lagerstättenregionen von Nephrit und Jadeit, insbesondere dem Monte Viso Massiv in den italienischen Alpen, hat in den letzten Jahren das Interesse an diesen Gesteinen für die Herstellung zum Teil eindrucksvoller Beilklingen, die über große Distanzen transportiert wurden, eingesetzt. Neueste Untersuchungen deuten an, dass weitere, bislang unbekannte Jadequellen auch im ägäischen Einzugsbereich existieren.
Dieser Vortrag wird die Rohmaterialien vorstellen und der Frage nachgehen: Worin liegt die Bedeutung der außergewöhnlichen Gegenstände aus Jade in der Urgeschichte und wie weit sind wir als Archäologen in der Lage, diese Gegenstände zu interpretieren?
Postgasse 7/1/10, 1010 Wien – Seminarraum
