Vortrag von Peter Pavuk, Karls-Universität Prag
Westanatolien gliedert sich vor allem durch natürliche Landschaftsprofile in mehrere Regionen, zumeist breite Fluss-Täler, die durch massive Gebirgsketten voneinander getrennt werden. Man kann von individuellen Siedlungsräumen sprechen. Die Kommunikation verlief dementsprechend entlang der Täler, vom Landesinneren zur Küste, aber auch entlang der Küste, sei es direkt zu Lande oder übers Meer, die vorgelagerten Inseln miteingeschlossen.
Das Kaikos-Tal ist eines dieser tiefeingeschnittenen Täler und liegt im Herzen der Nordwestanatolischen Keramik-Provinz, berühmte spätere Fundstellen wie Pergamon sind dort entstanden. Es gibt jedoch keine ausgegrabenen Fundstellen aus dem 2. Jahrtausend v. u. Z. und auch der Stadtberg von Pergamon hat nur bedingt Evidenz aus dieser Zeit hervorgebracht. Daher spielen Geländebegehungen eine wichtige Rolle. In diesem Vortrag wird versucht ein aus einem solchen Survey resultierendes Bild zu skizzieren. Anhand von Beobachtungen zur Waren und Gefäßformen und unter Berücksichtigung der ersten NAA-Ergebnisse wird zum eine typo-chronologische Definition unternommen und diese in einen breiteren westanatolischen Kontext zu setzten.
Bereits nach den ersten Ergebnissen sind deutliche Änderungen vom MBZ- zum SBZ-Siedlungsbild zu beobachten und dank der NAA-Ergebnisse können bereits heute unterschiedliche Produktionszentren und Absatzgebiete postuliert werden. Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede zu benachbarten Siedlungsräume und fast ein völliges Fehlen jeglicher mykenischer Einflüsse konnten ebenfalls festgestellt werden.
OREA
Seminarraum
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