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ERC-Starting Grant Projekt

Welchen Einfluss hatten extreme Klimaschwankungen auf das Leben in der letzten Eiszeit?

Wir gratulieren unserer Kollegin Marjolein D. Bosch sehr herzlich zum neu eingeworbenen ERC Starting Grant. In ihrem Projekt COPE soll der Einfluss klimatischer Veränderungen auf das Verhalten des Menschen in der letzten Eiszeit untersucht werden.

04.09.2025
© ÖAW-ÖAI/Tansy Branscombe

Der Beginn des Letzten Glazialen Maximum (LGM) vor 30–25.000 Jahren war in Europa durch extreme Klimaschwankungen geprägt. Dennoch lebten Menschen in der Nähe von Gletschern und passten ihr Verhalten an die harten Lebensbedingungen an. Im Rahmen des ERC Starting Grant-Projekts mit dem Titel »The role of climate change on past human living conditions: Resource acquisition strategies and landscape use in eastern Central Europe from the Gravettian Golden Age to the Last Glacial Maximum« (COPE) wird Marjolein D. Bosch nun untersuchen, vor welchen Herausforderungen die eiszeitlichen Jäger- und Sammlergruppen standen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche tierischen und pflanzlichen Ressourcen der Mensch nutzte, als Ressourcen immer knapper wurden, und welche Strategien er entwickelte, um in einem extremen Klima zu überleben.

Material für die geplanten Analsysen kommt von den Fundplätzen Grub-Kranawetberg I und II in Niederösterreich. Sie bieten ideale Voraussetzungen, da sie außergewöhnlich gut erhaltene organische Überreste aus der Zeit vor des Letzten Glazialen Maximums bewahren. Mit den neuesten Methoden aus dem Bereich der Sedimentbiomarker, Stabilisotopenanalyse und Paläogenetik wird COPE die lokalen Umweltbedingungen in Bezug auf Paläotemperaturen, Pflanzenvegetation und Beuteverfügbarkeit in der Landschaft rekonstruieren. Neu ist der Fokus auf Wasser – sowohl als Ressource als auch als Lebensraum, den es zu nutzen gilt. 

Die Informationen darüber, welche Ressourcen an welchen Orten genutzt wurden, werden verdeutlichen, wie die unterschiedlichen Nutzungsstrategien miteinander verbunden waren. So sollen beispielsweise folgende Fragen beantwortet werden: Woher bezogen die Menschen die Materialien für die Herstellung von Steinwerkzeugen, als die Gletscher näher rückten? Welche Tiere jagten die Menschen, als immer weniger Tiere in der Landschaft verfügbar waren?

Marjolein D. Bosch: »Mit meinem Projekt möchte ich neue Wege erschließen, um vergangene Lebensräume und vergängliche Ressourcen zu untersuchen. Durch die Verknüpfung von Beschaffungsstrategien wird COPE einen neuen konzeptionellen Rahmen für die Analyse der Lebensweise des Menschen in der Vergangenheit schaffen, der sich auch auf Fundplätze übertragen lässt, an denen keine organischen Reste erhalten sind. Dadurch wird das Projekt das Verständnis über die Resilienz des Menschen in der Vergangenheit verändern.«