





Jüngste Studien in Südostanatolien, die im Rahmen des kürzlich gestarteten Şanlıurfa Neolithic Research Project durchgeführt wurden, liefern erste detaillierte Informationen über den Beginn der Neolithisierung. Das Şanlıurfa Neolithic Research Project, bekannt als »Taş Tepeler«, umfasst archäologische Forschung an 12 Stätten in Südostanatolien: Göbeklitepe, Karahantepe, Gürcütepe, Sayburç, Çakmaktepe, Harbetsuvan, Sefertepe und Yeni Mahalle. Die Siedlungen datieren in jene Periode, als der Mensch vor ungefähr 12.000 Jahren von Jäger-und-Sammler-Gesellschaften zu einer sesshaften Lebensweise überging
Die sesshafte Lebensweise führte zu einer Reihe von Veränderungen in der Gesellschaft, Technologie und Kultur. In dieser Zeit werden die Grundlagen für die sozialen Dynamiken und wirtschaftlichen Entwicklungen gelegt, die uns bis in die Gegenwart geführt haben. Die monumentalen Bauwerke in der Region dienen möglicherweise als Gemeinschaftsräume, in denen sich die Menschen versammelten und Rituale praktizierten, um ihre Traditionen aufrechtzuerhalten. So wurden auch in Karahantepe mehr als 250 T-förmige Megalithblöcke entdeckt, die denen der UNESCO-Welterbestätte Göbeklitepe ähneln.
Wir freuen uns, Necmi Karul von der İstanbul Üniversitesi am 26. Juni 2025 um 15.30 Uhr an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften begrüßen zu dürfen. Er ist Leiter der Ausgrabungen in Göbeklitepe and Karahantepe und Projektleiter des Şanlıurfa Neolithic Research Project. Auf Einladung der Universität Wien, des interdisziplinären Forschungsnetzwerks HEAS, des Naturhistorischen Museums und des Österreichischen Archäologischen Instituts wird Prof. Karul einen Vortrag mit dem Titel »The land of great transformation. Karahantepe and the last hunter-gatherers of the Şanliurfa plateau« halten, der im speziellen die jüngsten Ausgrabungen in Karahantepe, eine prä-neolithische Fundstätte in der türkischen Provinz Şanlıurfa, behandeln wird.