Am 28. Mai 2026 fand in Paris der »AI Now Summit« statt. Die Veranstaltung wurde von Mistral AI organisiert – einem Softwareunternehmen, das als Europas führende Antwort auf US-Giganten wie OpenAI und Google gilt. Unsere Kollegin, die Althistorikerin und Papyrologin Anna Dolganov, und Hubertus Hubertus Schmid-Schmidsfelden, Direktor Institute und Infrastruktur an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), nahmen daran teil und präsentierten die Aktivitäten der ÖAW im Bereich Künstlicher Intelligenz in Wissenschaft und Forschung.
In ihrer Keynote stellte Anna Dolganov ihr innovatives Projekt »Decoding Antiquity« vor, das in Zusammenarbeit mit den führenden KI-Entwicklern Mistral AI und SAIL Reply das Ziel hat, multimodale Large Language Models (LLMs) für antike Sprachen sowie LLM-gestützte Vision-Language-Modelle zu entwickeln. Damit soll die Entzifferung antiker Dokumente vorangetrieben werden. In einem ersten Schritt wurde Apollo, das weltweit erste LLM für Altgriechisch entwickelt. Der nächste Schritt ist ein Vision-Language-Modell, um Unmengen ungelesener griechischer Papyri zu transkribieren, von denen die Österreichische Nationalbibliothek eine der weltweit größten Sammlungen besitzt. Außerdem ist geplant, fortschrittliche KI-Systeme für Latein und andere antike Sprachen zu entwickeln.
Der AI Summit, der KI-Entwickler und Vertreter:innen von privaten und öffentlichen Organisationen aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Automobilindustrie, Energie, Fertigung, Verteidigung, öffentlicher Sektor etc. zusammenbrachte, bot eine ideale Plattform, um die Schnittstelle zwischen Archäologie/Altertumswissenschaften und KI einem internationalen Publikum zu präsentieren. Dolganovs Vortrag stieß auf breite Resonanz und initiierte vielversprechende Diskussionen über potenzielle Synergien und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wissenschaft und wirtschaftlichen Akteuren.




