Informations- & Kommunikationstechnik und Governance im Gesundheitswesen der Stadt Wien

Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) im Gesundheitswesen erweist sich oftmals als eine große Herausforderung. Neben Aspekten der Vertraulichkeit von PatientInnendaten gilt es auch die Integration der unterschiedlichen Datensysteme und die Vernetzung zwischen Krankenhäusern und Gesundheitsorganisationen zu meistern.

Die Stadt Wien hat in den letzten Jahren umfangreiche Investitionen in die Einführung von IKT-Programmen im Gesundheitswesen getätigt. Zwei solcher Beispiele sind die digitale Krankenversicherungs- und Behandlungskarte (E-Card) und digitale Bildgebungsdatenspeichersysteme (z.B. die sogenannten „Picture Archiving and Communication Systems“ - PACS). Ein zentraler Aspekt der österreichischen Gesundheitsreform von 2013 stellt die Aufrechterhaltung der hohen Qualitätsstandards dar, wobei IKT in Gesundheitseinrichtungen, Krankenhäusern, Laboren, Röntgeninstituten, wie auch im Rahmen des ELGA-Programmes (ELGA: Elektronische Gesundheitsakte) eine zentrale Rolle spielen. Essentiell für den freien Informationsfluss ist dabei die Systemkompatibilität.

Hochgradig institutionalisierte Entscheidungsstrukturen, wie sie im Gesundheitswesen oft vorzufinden sind, stehen jedoch bei der Einführung von komplexen und personalisierten Produkten und Systemen häufig vor großen Herausforderungen. Dies ist zum Beispiel bei der Beschaffung und Implementierung von IKT Produkten und Systemen zu beobachten, welche im Gegensatz zur Beschaffung von Gegenständen wie Hygieneartikel oder Krankenhausbetten, eine höhere Flexibilität erfordern.

Zurzeit gibt es noch keine detaillierten Studien zu den Nutzungs-, Implementierungs- und Governance-Aspekten der IKT im Gesundheitswesen Wiens. Durch Leitfaden-gestützte Interviews sollen im Rahmen des SmartCare-Projektes IKT-Anwendungen im Gesundheitswesen von Wien identifiziert werden und ihre Vernetzung mit anderen Systemen sowie ihre Beziehung zu anderen Aspekten der Stadt erörtert werden. Es wird erforscht, welche Organisationen, Institutionen und Prozesse die Beschaffung, Implementierung und Nutzung von IKT im Wiener Gesundheitssystem regeln.  Durch die Identifizierung von Hindernissen kann ein Beitrag zur Erhöhung der Effizienz und Effektivität von IKT im Gesundheitswesen Wiens geleistet werden.

Publikationen

  • Wir müssen ELGA reflektiert weiterentwickeln. / Riedlinger, Denise.
    in: ITA-NewsFeed, Nr. www.oeaw.ac.at/ita/news, 11.10.2021.
  • Expanding ELGA in a reflective way ITA-Dossier no. 57en (June 2021; Autorinnen: Tanja Sinozic, Gloria Rose). / Sinozic-Martinez, Tanja; Rose, Gloria Elisabeth.
    2 S. Wien. 2021. (ITA-Dossiers).
  • ELGA reflektiert weiterentwickeln ITA-Dossier Nr. 57 (Juni 2021; Autorinnen: Tanja Sinozic, Gloria Rose). / Sinozic-Martinez, Tanja; Rose, Gloria Elisabeth.
    2 S. Wien. 2021. (ITA-Dossiers).

    -> Durch elektronische Gesundheitsakten werden personenbezogene Daten digital speicherbar und abrufbar. -> Diese Systeme erweitern kontinuierlich die Art und den Umfang der gespeicherten Patient*innendaten. -> In Österreich sind derzeit Patient*innendaten von ca. 96 Prozent der Bevölkerung durch „ELGA“ abrufbar. -> Wenn neue Funktionen und Verwendungszwecke zum System hinzugefügt werden, müssen die Vorteile und Risiken auf offene und umfassende Weise bewertet werden.

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Konferenzbeiträge/Vorträge

  • online

    Technology governance of the electronic patient records system in Austria: secret and exclusive, or transparent and inclusive?

    Sinozic-Martinez, T. (Speaker)

    18 Sep 2020

  • 1

Laufzeit

08/2018 - 01/2020

Projektteam

  • Tanja Sinozic-Martinez

Finanzierung