Projektleiter: H. Förster

Die bedeutendste altkirchliche Übersetzung des Neuen Testaments ist jene in koptischer Sprache. Innerhalb dieser Sprache ist für das Johannesevangelium der sahidische Dialekt der wichtigste. Dies ist mitbedingt durch die große Zahl an Handschriften, die erhalten sind, und durch die Tatsache, dass bereits sehr früh mit der koptischen Übersetzung begonnen wurde: Bereits Ende des zweiten Jahrhunderts begann die Übersetzungstätigkeit, während die handschriftliche Überlieferung des Neuen Testaments erst wirklich nach dem Ende der Verfolgungen, d.h. nach dem ersten Jahrzehnt des 4. Jahrhunderts einsetzt. Deswegen ist die koptische Überlieferung auch von großer Bedeutung für die Textkritik des Neuen Testaments.

Das Ziel des Projekts ist es, alle koptischen Handschriften des Johannesevangeliums für die Erstellung einer umfassenden kritischen Edition des sahidischen Textes fruchtbar zu machen. Hierfür sind alle bekannten und erreichbaren Handschriften dieses Texts im sahidischen Dialekt — sechs vollständige und rund 160 bruchstückhafte — heranzuziehen.

Die Ergebnisse des Projekts sind vor allem von großem Nutzen für die Koptologie. Sie liefern Koptologen ein wichtiges Werkzeug für die Arbeit mit dem Text der sahidischen Version des Johannesevangeliums. Damit kann verstanden werden, wie damals dieser Text von den ägyptischen Christen verwendet wurde. Auch für ein besseres Verständnis der Beziehung zwischen dem griechischen Text und dem koptischen Text ist diese Edition wichtig.