Hebräische Fragmente spielen eine zentrale Rolle bei der Rekonstruktion mittelalterlicher Handschriften, die lange Zeit als verloren galten. Sie enthalten häufig bislang unbekannte Textvarianten und eröffnen neue Einblicke in die jüdische Wissenschafts- und Gelehrtengeschichte.
Ziel dieses Projekts ist es, alle Fragmente in hebräischen Buchstaben, die sich in österreichischen Bibliotheken befinden, systematisch zu erfassen, zu identifizieren und kodikologisch sowie paläographisch zu beschreiben. Ein Aufgabenbereich, der in der Verantwortung des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten liegt.
Die Analyse der ursprünglichen Trägerhandschriften erfolgt entweder direkt beim Fragment selbst oder in Verbindung mit der Handschriftenforschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Im Mittelpunkt stehen Fragmente in Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucken, die in Bibliotheken und Archiven innerhalb der heutigen Grenzen Österreichs aufbewahrt werden. Auch spätere Archivverzeichnisse sowie relevante Sammlungen in Privatbesitz werden in die Untersuchung einbezogen. Bestände außerhalb Österreichs werden nur dann berücksichtigt, wenn ein direkter Bezug zu österreichischen Fragmenten besteht. Fragmente aus Südtirol fließen ein, sofern sie sich in österreichisch-südtirolischen Diözesan- oder Klosterarchiven befinden oder Teil von Forschungsprojekten auf manuscripta.at sind.