Das Projekt Sprachdynamik in Österreich (DynAT) ist ein sprachwissenschaftlich ausgerichtetes Langzeitprojekt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Das Ziel von DynAT ist die Dokumentation und umfassende Analyse von Prozessen der Sprachvariation und des Sprachwandels in Österreich im 21. und 20. Jahrhundert. Der Fokus liegt auf der Gesamtsprache Deutsch in ihrer sprachlichen und gesellschaftlichen Vielfalt, wobei auch andere Minderheiten- und Kontaktsprachen Berücksichtigung finden.

Die Forschungsaktivitäten des Langzeitprojekts sind gebündelt in den folgenden Forschungsschwerpunkten:

  • Lexik und Grammatik im Wandel: Die umfangreichen digitalen Ressourcen des ACDH (insbesondere Sprachkorpora) werden genutzt, sprachdynamische Analysen zum Wortschatz und zur Grammatik in Österreich gestern und heute durchzuführen.

  • Sprache im Raum: Der Forschungsschwerpunkt geht der Frage nach, ob und in welcher Form Arealität (Geographie) ein Steuerungsfaktor sprachlicher Variation in Österreich bzw. generell im deutschsprachigen Raum darstellt.

  • (Innere und äußere) Mehrsprachigkeit: Dieser Forschungsschwerpunkt umfasst Forschungen zur inneren (intralingualen) Mehrsprachigkeit (i. a. Variation in ein und derselben Sprache) und zur externen Mehrsprachigkeit (im Aufeinandertreffen mehrerer Sprachen) und dies sowohl im Spracherwerb, in den Repertoires und den Spracheinstellungen von Individuen.

  • KI meets Variationslinguistik: Der Schwerpunkt bündelt und baut die KI-unterstützte Forschung der DynAT-Teilprojekte aus und reflektiert Herausforderungen und Potentiale von KI-Tools in der linguistischen Forschung.

Methodisch eingebettet sind die Aktivitäten in den Kontext der Digitalen Linguistik. Gemeinsam mit der Forschungseinheit DHRI des ACDH werden im Kontext von DynAT digitale Ressourcen (Sprachkorpora und Infrastruktur) zur Erforschung von Sprache und Sprachen in Österreich auf- und ausgebaut.

Zu den Langzeitprojekten von DynAT gehört der Aufgabenbereich Wissenschaftskommunikation, dessen Ziel es ist, die Forschungsergebnisse auch einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Des Weiteren sind die folgenden Qualifikationsprojekte im Umfeld der DynAT-Forschung "Lexik und Grammatik" angesiedelt:

Dissertationsprojekte

  • Das gehört erforscht! Korpuslinguistische Analysen zu Grammatikalisierung und Gebrauch einer non-kanonischen Passivkonstruktion, Claudia Mattes (Gastforschende), Universität Wien

  • Progressive Aspektualität im Deutschen: Form, Funktion, Variation, Markus Pluschkovits, ACDH & Universität Wien

  • Fugenelemente in Österreich im Spannungsfeld von Norm & Variation. Analysen zu NN-Komposita, Theresa Ziegler (Gastforschende), Universität Wien

Postdoc- und Habilitationsprojekte

  • The Meaning of Form: Cognitive Representations and Constructional Patterning in German Verbo-nominal Constructions, Fabian Fleißner, ACDH & Universität Wien

  • Spracherwerb und Sprachvariation in Österreich: Theorien, Methoden, Analysen, Katharina Korecky-Kröll, ACDH & Universität Wien

  • Sprachvariation im Oberdeutschen - Zugänge, Methoden und Modelle zur Erforschung von Sprache und Raum, Philipp Stöckle, ACDH & Universität Wien

Projektleitung

Alexandra N. Lenz

Kontakt (ACDH)

Philipp Stöckle

Finanzierung

ÖAW

Projektlaufzeit

09/2025–12/2038