David Natal untersucht darin die informellen Netzwerke zwischen Bischöfen und Klerikern im Lateinischen Westen vom 4.-6. Jahrhundert. Das war die Zeit, in der sich viele Strukturen und Normen der Kirche herausbildeten. Natal analysiert nicht die formellen Entscheidungsprozesse (Konzilien, Synoden, Normen des Kirchenrechts); er geht der informellen Kommunikation zwischen einflussreichen Klerikern nach. Sie trug dazu bei, Leitlinien und Begründungen für Fragen der Kirchenorganisation zu entwickeln und zu verbreiten. Dazu bedient sich Natal auch neuester digitaler Methoden der Netzwerk-Analyse, um die wechselnde Gestalt dieser weiträumigen Verbindungen zu rekonstruieren.
David Natal wurde 1983 in Spanien geboren und studierte an der Universität Leon, wo er 2010 sein Doktorat machte. Er forschte und lehrte dann an der Universitäten Limoges und Manchester und war bereits 2013-15 mit einem Marie-Curie-Stipendium der EU am Institut für Mittelalterforschung der ÖAW in Wien. Zuletzt lehrte er als Juan de la Cierva-Fellow an der Universität Salamanca. Er forscht über die Geschichte der Kirche zwischen Spätantike und Frühmittelalter und hat ein Buch über Askese und Macht bei Ambrosius von Mailand publiziert. Im September 2017 bekam er einen der prestigeträchtigen Starting Grants des European Research Council zugesprochen.“

