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SOUNDS & SIGHTS OF SCIENCE #47

Kegelgasse 27: ein neues Haus für das Phonogrammarchiv – vorgestellt von Kerstin Klenke

07.11.2025
Blick in den neuen Archivraum des Phonogrammarchivs der ÖAW als Baustelle.
Unser neuer Archivraum im Werden. Foto: Kerstin Klenke

Was ist zu sehen?

Das Foto zeigt jenen Raum, der nach abgeschlossenem Umbau der neue Archivraum des Phonogrammarchivs sein wird. Nach fast 99 Jahren am Standort Liebiggasse 5 im 1. Bezirk ist das Phonogrammarchiv zum 01. November an den Standort Kegelgasse 27 im 3. Bezirk übersiedelt. Dort, wo zuvor das Stefan-Meyer-Institut für subatomare Physik (SMI) der ÖAW untergebracht war, hat nun das Phonogrammarchiv über drei Etagen seine neue Heimat gefunden.

Was ist daran besonders interessant?

Zum Zeitpunkt des Fotos Anfang September war die Außenwand des zukünftigen Archivraums noch offen, die Klimatechnik noch nicht installiert. Im fertigen Zustand sieht man es Archivräumen nicht mehr an, aber Planung, Vorbereitung und Ausführung sind zeitaufwändige Prozesse. Trotz deutlicher Baufortschritte werden noch einige Monate vergehen, bis der neue Archivraum bereit ist, die Ton- und Videoträger des Phonogrammarchivs zu beherbergen: Der Boden wird noch geschliffen und mit Epoxidharz versiegelt, danach wird die Fahrregalanlage installiert, und erst dann können Klima- und Löschanlagen in einen mehrwöchigen Probebetrieb gehen und wir den Raum auf Schadstoffe testen. Denn bevor die klimatisch kontrolliert zwischengelagerten Sammlungen zurückkommen, müssen wir sichergehen, dass die Technik funktioniert und die Raumluft frei von potentiell schädlichen Chemikalien ist.

Wie beschäftige ich mich damit?

Seit Beginn meiner Tätigkeit als Leiterin des Phonogrammarchivs im Frühjahr 2019 war die Übersiedlung des Archivs in eine größere und infrastrukturell besser ausgestattete Liegenschaft mein Ziel. Der Entwurf eines Raumfunktionskonzepts im Team war der erste Schritt. Nachdem sich der Plan eines Umzugs in die Historische Postsparkasse als nicht umsetzbar erwiesen hatte, erschien die ehemalige Liegenschaft des SMI geeignet: Sie verfügt sowohl über viel Technik, die von uns optimal nachgenutzt werden kann, als auch über ausreichend Flächen für Büros und Besucher:innenverkehr.

Ein Archiv nach so langer Zeit zu übersiedeln ist eine Herausforderung, aber der Auszug ist mit vereinten Kräften bereits planmäßig gelungen, und nun können wir den neuen Standort einrichten. Im Frühjahr 2026 wird dieser Prozess mit der Rückkehr der Ton- und Videoträger abgeschlossen sein – und wir freuen uns, das Phonogrammarchiv in seinem neuen Haus dann auch Externen präsentieren zu können.


Kerstin Klenke ist Musikethnologin und Leiterin des Phonogrammarchivs.