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SOUNDS & SIGHTS OF SCIENCE #41

Das Fonoteka-Projekt - vorgestellt von Kerstin Klenke

02.05.2025

WAS IST ZU HÖREN UND ZU SEHEN?

Taschkent, 01. April 2025: Im neu eingerichteten Tonstudio des Instituts für Kunstwissenschaften der Akademie der Wissenschaften der Republik Usbekistan gibt Will Prentice, Mitarbeiter des Phonogrammarchivs im Bereich Audio-Technik, einen Workshop zur Digitalisierung historischer Tonträger. Aleksey Khmirov, Hilola Mulladjanova, Nozim Mansurov, Timur Muradov und Vladislav Ten üben den Transfer von Tonbändern auf Studer A807- und Mechlabor STM-610-Geräten.
 

WAS IST DARAN INTERESSANT?

Das Video dokumentiert den Beginn der Digitalisierung eines bedeutenden Archivs in Usbekistan – der so genannten Fonoteka des Instituts für Kunstwissenschaften. Dieses beinhaltet Ton- und Film-Aufnahmen aus den 1930er bis 1990er Jahren, zumeist aus Forschungsaktivitäten des Instituts selbst auf dem Gebiet des heutigen Staates Usbekistan, mit einem Fokus auf Musik und anderen kulturellen Ausdrucksformen.

Der zweiwöchige Workshop zur Digitalisierung von Tonträgern im März/April 2025 ist Teil eines Kooperationsprojekts des Phonogrammarchivs mit dem Institut für Kunstwissenschaften in Taschkent, dem Center for World Music der Universität Hildesheim und der Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds Göttingen. Mit Finanzierung der VolkswagenStiftung und Ko-Finanzierung der ÖAW arbeiten wir 3 Jahre gemeinsam daran, die einzigartigen Bestände der Fonoteka durch Konservierung und Digitalisierung zu erhalten sowie durch Rechteklärung und Katalogisierung zugänglich zu machen.

WIE BESCHÄFTIGE ICH MICH DAMIT?

Das Projekt basiert auf der Initiative von Zulfiya Muradova, der Leiterin der Fonoteka, und mir. Für mich ist das Projekt zugleich die Fortsetzung einer schon lange bestehenden Verbindung mit Usbekistan, dem Forschungsfeld für meine Doktorarbeit in den 2000er Jahren. Als Leiterin des Phonogrammarchivs – und Leiterin des Fonoteka-Projekts am Archiv – freue ich mich darüber, dass mit diesem Projekt die lange Tradition der Unterstützung von Archiven weltweit seitens des Phonogrammarchiv weitergeführt wird und wir zum Erhalt bedrohten Kultur- und Wissenschaftserbes in Zentralasien beitragen können. Zudem ist mir wichtig, dass ich durch das Projekt auch die Idee der wissenschaftlichen Reziprozität in die Tat umsetzen kann. Denn das Taschkenter Institut für Kunstwissenschaften hat mich in meinen Recherchen für die Dissertation sehr unterstützt; die Fonoteka selbst war damals allerdings noch unzugänglich.


Kerstin Klenke ist Musikethnologin und Leiterin des Phonogrammarchivs. Sie forscht zu Musik und Politik in Zentralasien und im Kaukasus.

Videoschnitt: Bernhard Graf

 

LINKS

Akademie der Wissenschaften der Republik Usbekistan

Kerstin Klenke: The Sound State of Uzbekistan. Popular Music and Politics in the Karimov Era. (SOAS Studies in Music: Routledge 2019)