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Repatriierung von Aufnahmen indigener Vokalmusik in Westamazonien

19.02.2018

Am 16.7. 2017 hat Bernd Brabec de Mori eine umfassende Sammlung von audio-visuellen Aufnahmen samt Dokumentation an die indigene Universität UCSS Nopoki Atalaya übergeben. Die feierliche Überreichung erfolgte im Rahmen der Tagung “Encuentro internacional de investigación colaborativa intercultural” an derselben Institution in Atalaya, Provinz Ucayali, Perú. Zu diesem Treffen waren international renommierte und indigene Forschende, RepräsentantInnen indigener Gemeinschaften, sowie Studierende und Lehrende der Universität geladen.
Foto: Medardo Mori Silvano, indigener Forschungspartner mit der Daten-Festplatte, Bernd Brabec, zwei Studierende und der akademische Direktor Julio César Gonzales Cotrina mit der CD-Sammlung (von links nach rechts)

Die übergebenen Aufnahmen waren im Rahmen des Forschungsprojekts “IMUI – Investigación de música indígena en el valle del rio Ucayali” (gefördert durch ein DOC-Stipendium der ÖAW) von 2004-2006 von Bernd Brabec de Mori in Kooperation mit mehreren indigenen ForschungspartnerInnen erstellt und anschließend im Phonogrammarchiv archiviert worden. Sie beinhalten Lieder der indigenen Gruppen Yine, Asháninka, Ashéninka, Amin Waki, Shipibo-Konibo, Iskobakebo, Kakataibo, Kukama-Kukamiria, Kechua und Kichwa.
Die Sammlung besteht aus jenen 43 editierten CDs sowie drei DVDs, die Brabec im Laufe seiner Forschung zusammengestellt und editiert hat, um die Lieder den jeweiligen Dorfgemeinschaften und Gewährspersonen zurückzugeben. Da viele dieser CDs mittlerweile kaputt oder verloren, oder auch nie an den Zielorten eingetroffen sind, wurde nun der komplette Satz – zusätzlich aller Audio- und Video-Files, CD/DVD-Covers und Brabec‘ Dissertation auf einer Festplatte – an die Universität Nopoki übergeben; somit können nun stets neue Kopien für die betreffenden Gemeinschaften erstellt sowie die Daten für den Unterricht und für regionale Forschungsprojekte genutzt werden.
Außerdem hat Bernd Brabec die Aufnahmen der Yine an Rittma Urquía Sebastián (Ministerio de Cultura) übergeben, damit sie bei ihrer Arbeit am Wörterbuch zur betreffenden Sprache berücksichtigt werden können. Weiters wird gerade der Aufnahmekorpus zu den Iskobakebo durch die Vermittlung der Linguistin Carolina Rodríguez an die betreffende Community übermittelt.