Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen in der Gleichstellungspolitik

Bestehende Machtverhältnisse, Geschlechterstereotype und gesellschaftliche Ungleichheitsstrukturen werden in Technologien fortgeschrieben oder gar verstärkt. Wie sich das in der digitalen Teilhabe, in (generativer) KI und algorithmischen Systemen sowie in Formen digitaler Gewalt zeigt, wird im ITA-Projekt untersucht.

Der Frauenbericht 2028 wurde von Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, in Auftrag gegeben. Er soll als zentrale und empirisch gestützte Entscheidungsgrundlage für künftige Maßnahmen in der Gleichstellungspolitik dienen. In themenspezifischen Statistik- und Schwerpunkkapiteln werden gesellschaftliche Entwicklungen, besonders seit dem letzten Bericht im Jahr 2010, dargelegt. Bereiche, in denen nach wie vor politischer Handlungsbedarf besteht, werden sichtbar gemacht. Im ITA-Projekt wird das Themenkapitel zu „Digitalisierung, KI und Geschlechterverhältnisse“ für den Bericht verfasst. 

Die Hoffnung der frühen 2000er-Jahre, Digitalisierung könne zu einer gerechteren, diskriminierungsfreien Gesellschaft beitragen, gilt inzwischen als weitgehend widerlegt. Aktuelle Debatten über Deep Fakes, versteckte digitale Überwachung und algorithmische Diskriminierung verdeutlichen eine Fortführung und Intensivierung geschlechterspezifischer Machtstrukturen. Eine nach wie vor starke männliche Dominanz in technischen Berufsfeldern und die „Tech-Bro“-Kultur verweisen auf bestehende genderspezifische Ungleichheiten. Die wissenschaftliche Literatur zu Fairness in der KI und aus den ‚critical data studies‘ hat in den letzten zehn Jahren zahlreiche Beispiele von diskriminierendem Bias in algorithmischen und KI-Systemen identifiziert. 

Anhand eines intersektionalen Ansatzes werden drei eng miteinander verschränkte Themenbereiche behandelt und jeweils Handlungsoptionen vorgeschlagen:

  • Digitale Teilhabe, technische Bildungswege und vergeschlechtlichte Technologien
  • Künstliche Intelligenz, Bias und Diskriminierung
  • Geschlechterspezifische Gewalt im digitalen Wandel

Methodisch basiert das Themenkapitel auf einer Literatur- und Dokumentenrecherche zu Ungleichheitsstrukturen, Geschlecht und Digitalisierung bzw. KI. Die Analyse themenrelevanter Policy-Dokumente und Berichte von NGOs (z. B. Gewaltschutzeinrichtungen) wird dazu beitragen, den österreichischen Kontext abzubilden. 

Laufzeit

11/2026 - 09/2027

Finanzierung