In den vergangenen zwei Jahrzehnten kam es in in der Republik Malediven zum Wiederauftreten einiger durch Insekten übertragener Infektionskrankheiten, die als längst überwunden galten, wie beispielsweise lymphatische Filariose oder das Tsutsugamushi-Fieber. Dies ging einher mit dem Auftreten neuer epidemischer Krankheiten. Dengue Fieber ist seit 2004 auf den Malediven endemisch und seit dem großen Chikungunya-Ausbuch, der 2005-2006 viele Inselstaaten und Küstenregionen im Indischen Ozean erfasste, erkranken jedes Jahr sowohl die einheimische Bevölkerung und Arbeitsmigrant:innen als auch vereinzelt Tourist:innen an diesen Zoonosen.

Dieses Projekt dokumentiert ethnographisch Aspekte der Geschichte von Zoonosen und vektorübertragenen Krankheiten auf den Malediven vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Aus einer medizinanthropologischen Inselforschungsperspektive untersucht es Zusammenhänge zwischen dynamischen Mensch-Tier-Begegnungen in der drastisch veränderten Ökologie der kleinen Koralleninseln und der Übertragung von Krankheitserregern.

Forscherin:
Eva-Maria Knoll
 

Projektlaufzeit:
01.05.2026 – 30.10.2027
 

Finanzierung:
Poech-Erbschaft (ÖAW)