Städte sehen sich auch im 21. Jahrhundert mit vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen und Veränderungen konfrontiert, deren wissenschaftliche Erforschung im Fokus der Arbeitsgruppe „Migration und urbane Diversität“ liegt. Unabhängig von der Stadtgröße sind sie durch Diversität, Segregation, stadträumlicher Separierung und Ungleichheiten in ökonomischer, sozialer und politischer Hinsicht charakterisiert.
Die Diversität urbaner Gesellschaften ist ein vielschichtiges Phänomen (migrationsbezogen, nach Alter, Geschlecht, Religion, sozialer Herkunft) und die intersektionale Betrachtung hat in dieser Arbeitsgruppe einen wichtigen Stellenwert. Das Interesse der Arbeitsgruppe gilt damit auch dem Konzept der postmigrantischen Stadt, in der Migration Normalität und dennoch gesellschafts- und lokalpolitisch umstritten ist. Migration wird somit nicht als Ausnahmephänomen, sondern als wichtige Kraft verstanden, welche die Stadtentwicklung, das interkulturelle Zusammenleben sowie individuelle und Gruppenidentitäten mitgestaltet. Methodisch liegt der Schwerpunkt der Arbeitsgruppe auf qualitativen Forschungsmethoden und der Entwicklung von Arts-Based-Research-Ansätzen. Zugleich verfügt das Team über Expertise in quantitativen Verfahren und verbindet diese in innovativen Mixed-Methods-Designs. Folgende Forschungsleitthemen sind für die Arbeitsgruppe von besonderer Relevanz:
Analyse von urbanen Ungleichheiten: Im Kontext von Migration und Diversität ist es das Ziel, soziale, räumliche, ökonomische und politische Ungleichheiten zu analysieren und intersektional zu verstehen. Wie werden die Stadt und die städtische Gesellschaft durch Zuwanderung hinsichtlich der räumlichen, sozialen und kulturellen Strukturen verändert? Welche Akteure spielen in diesem Prozess eine Rolle und wie werden diese Veränderungen von verschiedenen Gruppen wahrgenommen? Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen in Bezug auf soziale Kohäsion, auf den Arbeits- und Wohnungsmarkt, auf Nachbarschaften oder im Kontext des subjektiven Wohlbefindens?
Öffentlicher Raum: Vor allem aus einer migrations-, diversitäts- und alltagsbezogenen Perspektive betrachten wir öffentliche Räume nicht nur als physische Orte (Straßen, Parks, Plätze, Theater), sondern als soziale Räume, in denen Zugehörigkeit, Ausschlüsse und Machtverhältnisse sichtbar und verhandelbar werden. Wie muss der (physische, mediale und digitale) öffentliche Raum gestaltet sein, um die Demokratie allgemein, Zugehörigkeit und soziale Begegnungen zu fördern und der gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken? Welche Rolle spielen Kunst und kulturelle Institutionen im Kontext urbaner Kulturen und öffentlicher Räume und wie reagieren sie auf diese, beeinflussen sie und prägen deren Ausgestaltung? Wie können öffentliche Räume in ihrer sozialen, räumlichen und symbolischen Dimension empirisch erforscht werden, und wie lassen sich bestehende Methoden im Sinne transdisziplinärer, Mixed-Methods- und Arts-Based-Research-Ansätze weiterentwickeln?
Team

