

Anlässlich des internationalen Aktionstags gab es am 13. März zwischen 14:00 und 18:30 Uhr im Hauptgebäude der ÖAW ein abwechslungsreiches Programm mit interessanten Vorträgen, interaktiven Mitmachstationen, Workshops sowie einem Science Café für persönliche Gespräche mit Mathematiker:innen.
Organisiert wurde der International Day of Mathematics (IDM) 2026 gemeinsam von der ÖAW, der TU Wien und der Universität Wien.
14:00 Uhr Einlass
14:30–15:00 Uhr Eröffnung im Festsaal der ÖAW
15:00–18:00 Uhr Kurzvorträge über Mathematik in Forschung und Alltag
14:00–18:30 Uhr Parallel: Interaktive Stationen, Ausstellungen und Science Café
15:30–18:30 Uhr Workshops (mit Anmeldung am Willkommensstand)
Alle Vorträge finden im ÖAW Festsaal statt.
Die Stationen sind zwischen 14:00 und 18:30 Uhr auf Johannessaal und den Sitzungssaal verteilt.
Auf der Suche: Mathematische Entscheidungshilfen
Demographie: Menschen und Zahlen
Finanzielle Sicherheit als (Zukunfts-)Vorsorge

Auf der Suche: Mathematische Entscheidungshilfen
TU Wien Informatics eduLAB
Wir treffen täglich Unmengen an kleinen und großen Entscheidungen – doch hast du schon mal gehört, dass dir Mathematik dabei helfen kann? An unserer Station entdeckst du spielerisch, wie Algorithmen und ihre mathematischen Grundlagen verwendet werden können, um dich in deiner Entscheidungsfindung zu unterstützen. So bekommst du einen Einblick wie du mittels Algorithmen deine Zukunft gestalten kannst!

Bausteine eines Signals
Institut für Schallforschung der ÖAW
In der Mathematik kann ein Signal in seine elementaren Bausteine zerlegt werden. Üblicherweise wählt man diese so, dass es nur eine eindeutige Möglichkeit gibt, das Signal zu zerlegen. Allerdings kann es von Vorteil sein, mehr Bausteine zur Verfügung zu haben, um die Zerlegung zu vereinfachen oder robuster zu machen, falls ein Baustein verloren geht. An dieser Station wird veranschaulicht, dass zwar bereits zwei Steine ausreichen, um gegebene Muster zu formen, dass eine größere Auswahl die Aufgabe jedoch wesentlich erleichtert. Zudem bleibt man mit mehr Bausteinen flexibel: Selbst wenn auf einen bestimmten Typ verzichtet werden muss, lassen sich dennoch alle Muster darstellen.

Bilder von Tönen
Institut für Schallforschung der ÖAW
Es gibt viele Versuche, das, was wir hören, in ein Bild zu verwandeln. Die in der Wissenschaft am häufigsten verwendete Darstellung sind sogenannte Spektrogramme. Ähnlich wie Noten ein Musikstück beschreiben, lässt sich in ihnen ablesen, welche Tonhöhen zu welchen Zeitpunkten gleichzeitig erklingen. Da das, was wir im Alltag hören, jedoch wesentlich komplizierter und vielfältiger ist als der Klang eines einzelnen Instruments, wird diese Darstellung schnell unübersichtlich und erfordert Übung, um richtig verstanden zu werden. An dieser Station lernst du, was ein Spektrogramm zeigt und wie es gelesen werden kann. Beginnend mit der einfachen Unterscheidung sehr unterschiedlicher Geräusche werden die Aufgaben schrittweise anspruchsvoller. Die komplexesten Spektrogramme in dieser Station sind auch für uns nicht immer eindeutig zu erkennen.

Demographie: Menschen und Zahlen
Vienna Institute of Demography, ÖAW
Die Demographie ist die Wissenschaft, die sich mit der Zusammensetzung, Entwicklung und räumlichen Verteilung von Bevölkerungen befasst. Sie verbindet Menschen mit Zahlen und macht gesellschaftliche Entwicklungen messbar und vergleichbar. In dieser sozialwissenschaftlichen Disziplin werden unterschiedliche mathematische Methoden verwendet, um zentrale Aspekte wie Geburten- und Sterberaten, Lebenserwartung, Migration, künftige Bevölkerungsentwicklung, sowie Alters- und Geschlechterstrukturen zu analysieren. Auf dieser Grundlage lassen sich Bevölkerungswachstum, Alterungsprozesse oder Bevölkerungsrückgänge untersuchen und erklären. Das Vienna Institute of Demography (VID) an der ÖAW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut im Bereich der Demographie und anlässlich des „Internationalen Tages der Mathematik“ sollen Besucher:innen Einblick in ausgewählte mathematische Anwendungsgebiete erhalten, wie Bayesianische Modellierungen im Bereich der Fertilität oder die Nachhaltigkeit von Pensionssystemen. Zudem können Besucher:innen ihre Handkraft messen und erfahren über die Bedeutung der Handkraft bei Forschungen zum Thema Altern und Lebenserwartung.

Die Mathematik der Pathologie: Eintauchen in die VR-Datenwelt
Ludwig Boltzmann Institute for Network Medicine, University of Vienna
Gehen Sie mit DataDiVR auf Entdeckungsreise: Unsere VR-Plattform macht komplexe mathematische und biologische Strukturen und Zusammenhänge des menschlichen Körpers interaktiv erlebbar.
Visualisierung und Analyse komplexer mathematischer Objekte: Von einfachen Sphären bis hin zu komplexen Netzwerkstrukturen.
Erforschung realer Systeme: Tauchen Sie ein in das menschliche Protein-Netzwerk, das unsere Existenz steuert.
Multidimensionale Krankheitslandschaften: Navigieren Sie durch die verschiedenen Schichten der Biologie, um die „Puzzleteile“ zu identifizieren, die Übergänge von Gesundheit zu Krankheit bestimmen.
Durch die Kombination des immersiven Erlebnisses mit mathematischer Modellierung ermöglicht DataDiVR tiefere Einblicke in die Architektur des Lebens und dessen Fragilität.

Finanzielle Sicherheit als (Zukunfts-)Vorsorge
TU Wien
Finanzielle Sicherheit – im Sinne von Vorsorge gegen unerwartete negative Ereignisse sowie Zukunftsvorsorge – wurde in letzter Zeit durch (Natur-)Katastrophen, Aktienmarktentwicklung und Pensionsdebatte zu einem interessanten Thema für alle. Die zugrundeliegenden mathematischen Modelle (stochastische Prozesse) und deren Konsequenzen können am Computer interaktiv ausprobiert und nachvollzogen werden. Wie solltest du dein Vermögen investieren? Wie hoch ist deine Lebenserwartung? Wieviel Geld brauchst du für eine lebenslange Zusatzpension? Hier kannst du es selbst herausfinden!

Fun with Math-Related Games and Logic Activities
Bulgarian-Austrian School „Prof. Ivan Schischmanov“ Vienna and University of Vienna
At this station, you can explore a variety of logic and board games, solve puzzles, create geometric shapes, and take on engaging logic challenges. Activities are suitable for all ages five and above. Join us and have fun with math!

Playing with Audio Signals
Faculty of Mathematics, University of Vienna
At this station, you will have the opportunity to modify audio signals using the MulacLab program, developed at the Acoustics Research Institute (ISF). The program features a user-friendly graphical interface and is suitable for children aged five and above. Audio signals are visualized using a spectogram, which shows how high or low and how loud or quiet sounds are at any moment in time. With the program, you can freely mark regions of the spectrogram that you would like to erase or attenuate. Finally, you can see a visualization of the modified signal and listen to it, comparing it directly with the original.

Überraschendes in der Mathematik
TUForMath, TU Wien
Wie viele Farben benötigt man, um eine Landkarte zu färben? Wie weit können gestapelte Bierdeckel überhängen? Auf solche und weitere — vermeintlich unmathematische — Fragen gibt es überraschende Antworten, die hier in spielerischer Weise erkundet werden können und doch jeweils eine Tür zu wesentlichen mathematischen Fragestellungen öffnen.

Die Workshops finden im Anton-Zeilinger-Salon statt.
15:30–16:45 Uhr
Pop-up Platonische Körper basteln
Angelika Manhart (Universität Wien) und Renate Manhart
Die fünf Platonischen Körper Tetraeder, Würfel, Oktaeder, Dodekaeder und Ikosaeder, faszinieren seit der Antike. Benannt nach dem großen Philosophen Platon sind sie 3-dimensionale Formen größtmöglicher Symmetrie. Als Grundkörper begegnen wir ihnen in Kunst, Architektur und als natürlich vorkommende Kristallformen. In diesem Workshop basteln wir Platonische Körper als Pop-up Modelle - einmal an der Schnur gezogen und schon wird aus dem 2-dimensionalen Netz ein 3-dimensionaler Körper.
(Anmeldung am Willkommensstand)
17:00–18:15 Uhr
Math and Origami
Diana Stoeva (University of Vienna), Viktoria Stoeva and Maya Stoeva (Gorna Oryahovitsa, Bulgaria)
Origami is the art of paper folding, turning a simple sheet of paper into beautiful objects. Did you know that origami can also be a useful tool in mathematics? Some geometric constructions that cannot be achieved with Euclid’s classical tools (i.e., a straightedge and compass) can be made surprisingly easily using origami folds. In this workshop, you will first hear how origami is used in mathematics and then you will learn how to create some origami objects. Every participant will complete an origami object to take home. Come and have fun with paper folding!
(Registration at the Welcome Desk)

Die Ausstellungen sind zwischen 14:00 und 18:30 Uhr im Johannessaal und im Sitzungssaal zu sehen.
Math and Origami
Viktoria Stoeva, Maya Stoeva, and Daria Tsoneva (Gorna Oryahovitsa, Bulgaria)
This exhibition features a variety of origami objects, including geometric shapes, flowers, birds, and more. Come and enjoy the beauty of objects created simply by folding paper.

Math and Art
Viktoria Bocheva, Elitsa Zhelyazkova, and Martin Mandulov (Bulgarian-Austrian School "Prof. Ivan Schischmanov“ Vienna)
The exhibition is devoted to math-inspired paintings. Come and step into a realm where mathematics meets art and nature.

Mathematical Structures Visualized with the Help of MATLAB
Hans Feichtinger (University of Vienna and the ÖAW)
During the author's research work, interesting pictures regularly appeared in simulations. Inspired by the fact that his grandfather, Josef Feichtinger, was both a mathematics teacher and a self-taught painter, he continued to vary parameters and create new images, combining deterministic strategies with randomized parameters.
The pictures shown here are the result of a selection process and were chosen from the wide range of images generated on the author’s laptop. Some of the plots were inspired by the work of Hermann Nitsch, whose museum is on the same street as Hans Feichtinger’s home.
He even got the artist interested in spectograms, specifically adapted by members of the Acoustics Research Institute (ISF), to emphasize the similarity between vertical spectrograms and some of Hermann Nitsch’s artwork
Dem Organisationsteam: Peter Balazs (ÖAW), Radu Ioan Boţ (Universität Wien), Michael Drmota (TU Wien), Diana Stoeva (Universität Wien), Günther Koliander (ÖAW), Katharina Kast (ÖAW) sowie dem gesamten ÖAW-Team für die Ausrichtung des IDM 2026 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Christiane Wendehorst, Präsidentin der philosophisch-historischen Klasse, für die Eröffnung der Veranstaltung in Vertretung der ÖAW.
Leonhard Summerer (Universität Wien), Michael Speckbacher (ÖAW), Sara Merino-Aceituno (Universität Wien), Michael Wallner (TU Wien), Markus Faustmann (TU Wien) und Olga Mula Hernandez (Universität Wien) für die inhaltliche Gestaltung der Vorträge.
Michael Drmota, Lena Wohlgenannt, Kristof Dadic, Johannes Schrimpf, Pauline Riedel, Sabine Cirtek, Julia Eisenberg, Stefan Gerhold, Florian Ostendorf, Manuel Schranzhofer, Klaus Nigsch, Sonja Klein, Patrick Josef Mairhofer, Lorenz Almberger, Jessica Einzinger, Marlene Schneiderbauer und Evelyn Widmann (TU Wien); Jerielle Malonzo, Filip Pramenkovic, Clara Unterberger, Fani Xerakia, Andreas Angermayer, Martin Chiettini, Maïssa Gamea, Christiane Hütter, Iker Nuñez, Aryan Rahbari, Simon Schindler, Pauline Staiber, Annette Tesarek und Diana Stoeva (Universität Wien); Reyhaneh Abbasi, Isabella Buber-Ennser, Afua Durowaa-Boateng, Thomas Fent, Nicki Holighaus, Andreas Klotz, Günther Koliander, Miguel Sanchez, Michael Speckbacher, Maria Winkler-Dworak (ÖAW); Andreas Blaurock, Maya Blaurock, Penka Blaurock, Raya Blaurock, Viktoria Bocheva, Djan Bodev, Mert Bodev, Radoslava Ivanova, Steven Kaser, Dilyara Mehmedova, Lora Rusimova und Aleksandar Stoilov (Bulgarisch-Österreichische Schule „Prof. Ivan Schischmanov“ Wien); Maya Stoeva, Viktoria Stoeva und Valya Stoeva (Gorna Oryahovitsa, Bulgarien) sowie Rosena Vucova und Marietta Hinova-Schreiblehner (Wien) für die Gestaltung der Demostationen.
Hans Georg Feichtinger (Universität Wien und ÖAW), Maya Stoeva, Viktoria Stoeva, und Daria Tsoneva (Gorna Oryahovitsa, Bulgaria), Viktoria Bocheva, Martin Mandulov, und Elitsa Zhelyazkova (Bulgarisch-Österreichische Schule „Prof. Ivan Schischmanov“ Wien) für die Konzeption der Ausstellung.
Angelika Manhart (Universität Wien), Renate Manhart, Diana Stoeva (Universität Wien), Viktoria Stoeva und Maya Stoeva (Gorna Oryahovitsa) für die Gestaltung der Workshops.
Florian Aigner (TU Wien), Sabine Cirtek (TU Wien), Sonja Haberl (TU Wien), Bernadette Ralser (Universität Wien), Katharina Kast (ÖAW) und das PR-Team der ÖAW für die Öffentlichkeitsarbeit.
Lora Bocheva für das Klavierstück, Yonka Dragomanska und Matthias Drozda für die Gesangsdarbietung, Viktoria Bocheva, Daniela Dimitrova, Viktoria Galabova, Dilyara Mehmedova und Steven Kaser (Bulgarisch-Österreichische Schule „Prof. Ivan Schischmanov“ Wien), Lora Rusimova und Bozhidara Zheleva (Verein „Bulgarische Rhythmen“ Wien) sowie Maya Stoeva und Viktoria Stoeva (Gorna Oryahovitsa, Bulgarien) für die Tanzaufführung bei der Eröffnungszeremonie.
Zsófia Katona, Johanna Klausing, Petra Kovacs, Aina Pocurull Masferrer, Katharina Prager und Andreas Scheu (ÖAW) für ihre Unterstützung bei der Science-Communication-Umfrage.
Marie Noll,Pierrick Bramberger,Christoph Mayer und Martin James für ihren Einsatz beim Buffet und im Science Café.
Joseph Krpelan für die fotografische Begleitung der Veranstaltung.
Der International Day of Mathematics (IDM) ist ein weltweiter Aktionstag, der jedes Jahr am 14. März gefeiert wird. In vielen Ländern finden an diesem Tag Veranstaltungen und Aktivitäten für Schüler:innen, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit statt.
Da der 14. März 2026 auf einen Samstag fällt, feiern wir den IDM in diesem Jahr ausnahmsweise am Freitag, den 13. März.
Als Datum wurde der 14. März gewählt, weil er bereits in zahlreichen Ländern als Pi-Tag bekannt war: In der Schreibweise 3/14 erinnert das Datum an den Näherungswert der mathematischen Konstante Pi (≈ 3,14).
Das IDM-Projekt wird von der International Mathematical Union (IMU) koordiniert und von einer Vielzahl internationaler und regionaler Organisationen unterstützt. Der Aktionstag wurde am 26. November 2019 von der UNESCO auf der 40. Sitzung der Generalkonferenz offiziell ausgerufen. Die erste weltweite Ausgabe fand am 14. März 2020 statt.
Termin:
13. März, 2026, 14:00-18:30 Uhr
Ort:
ÖAW Hauptgebäude
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
1010 Wien
Organisiert von:
ÖAW
TU Wien
Universität Wien
Kontakt:
Katharina Kast
pr.isf@oeaw.ac.at
T +43 (0)1 51581 2520