
Anna von Böhmen und Ungarn und „ihre“ historischen Quellen
Herrscherinnen haben mittlerweile einen festen Platz in der mediävistischen und frühneuzeitlichen Forschung. Dennoch richtet sich das Interesse weiterhin vor allem auf politisch oder biografisch herausragende Figuren, während viele Königinnen, die nicht durch außergewöhnliche Taten hervortreten, vergleichsweise wenig Beachtung finden und in den Quellen meist nur als Töchter, Gemahlinnen oder Mütter erscheinen. Inwieweit lassen sich ihre Lebensschicksale, Handlungen und ihre politische, soziale oder kulturelle Rolle rekonstruieren? Welche Quellen stehen dafür zur Verfügung und wie ist mit ihnen methodisch umzugehen? Als Beispiel dient Königin Anna von Böhmen und Ungarn (1503–1547), Tochter Wladislaw II. Jagiellos und Gattin Ferdinands I. In ihr verbanden sich – infolge der Politik Kaiser Maximilians I. – die Dynastien der Jagiellonen und der Habsburger, sodass Anna 1526 an einem zentralen dynastischen Wendepunkt stand. Der Vortrag behandelt die Lebensabschnitte der Königin, die Quellentypen zu ihren Aktivitäten sowie Fragen der Quellenbearbeitung.
Informationen
mit Jaroslava Hausenblasová
19. Februar 2026
Beginn: 18:00 Uhr
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien
Alte PSK | 5. Stock | Besprechungsraum 8
