
Ein Spaziergang über das breite Feld der Prosopographie – Begriffe, Konzepte, Chancen und Herausforderungen im Zeitalter von KI
Prosopographie, d. h. die Erforschung der komplexen Beziehungen innerhalb einer gesellschaftlichen Gruppe, ist dank Digital Humanities nicht mehr aus dem Werkzeugkasten des Historikers wegzudenken – jeder kennt die Visualisierung sozialer Netzwerke als filigranes Diagramm mit tanzenden Punkten und Linien. Der Beitrag widmet sich nicht nur der Entwicklung der Methodenvielfalt, die die Prosopographie auf ihrer weiten Reise von der Karteikarte zur Cloud begleitet haben, sondern auch den Ideen, die das heutige Begriffsfeld maßgeblich beeinflusst haben. Neben den Chancen, die sie für die Erforschung der Vormoderne bietet, soll dabei allerdings auch auf langfristige Probleme eingegangen werden, wie z. B.: Wo blieben die Frauen? Wie geht man mit der digitalen Vereinfachung heuristisch komplexer Quellenbefunde um? Wie stellt man die wandelnde Qualität von Beziehungen im Netzwerkmodell dar? Wie werden Ergebnisse durch nationale Förderung und moderne Landesgrenzen verfremdet?
Der Vortrag ist gleichzeitig die Keynote Lecture des Workshops „Joining the Dots. Akteur:innen, Netzwerke und das soziale Gefüge von Höfen und Städten im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit“.
Informationen
mit Klara Hübner
9. April 2026
Beginn: 18:00 Uhr
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien
Alte PSK | 3. Stock | Seminarraum 2-3
HYBRID-VORTRAG
Anmeldung bis 5. April 2026
Kontakt: Ronald Salzer und Andrea Singh Bottanová
