Wer waren die ersten afrikanischen Frauen, die in den unabhängigen afrikanischen Ländern für einen Parlamentssitz kämpften? Warum haben sie sich beworben und was haben sie danach getan? Wie können wir ihre politischen Bestrebungen dokumentieren und beschreiben? Dieses Projekt dokumentiert die politischen Ideen und Ziele, die diese Frauen während ihrer Parlamentskampagnen und – für die wenigen Glücklichen – nach ihrer Amtszeit vertraten.

Anhand von Archivdokumenten (Staatsarchive, Zeitungen) und mündlicher Geschichte (Interviews) soll der Beitrag afrikanischer Frauen zum Staatsformation sichtbar gemacht werden. Durch die Betrachtung von Frauen, die einen Wahlkampf geführt und einen Parlamentssitz gewonnen oder verloren haben, stellt dieses Projekt die Geschichte in Frage, die nur an (männliche) Gewinner in der afrikanischen Politik erinnert. Stattdessen zeigt es, wie komplex der lange Kampf afrikanischer Frauen um politische Macht in den nationalen Vertretungsinstitutionen war und wie wichtig es ist, der Geschichte der Frauen Raum zu geben, wenn man die Geschichte der Staatsbildung im postkolonialen Afrika schreibt.

Projektleiterin: Anaïs Angelo
Kooperation: Universität Wien (2022-2024) und Akademie der Wissenschaften (2024-2026)
Finanzierung: FWF (Österreichischer Wissenschaftsfond)

Dauer: 01.12.2024–30.04.2026