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Neue Projekte im Rahmen des Jubiläumsfonds der Stadt Wien 2025

Die Abteilung Musikwissenschaft des ACDH konnte beim Call 2025 vier neue Projekte einwerben

27.06.2025

Im Rahmen des Calls 2025 des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften konnte die Abteilung Musikwissenschaft des ACDH vier neue Projekte einwerben, die bis Ende dieses Jahres starten werden: (1) „LLM-gestützte Datenanreicherung und Auswertung der Oberkammeramtsrechnungen der Stadt Wien“ (Leitung: Johanna Unterholzner), (2) „Schubert meets AI“ (Leitung: Vasiliki Papadopoulou), (3) „Der Kopist William Kupfer zwischen Johannes Brahms und Guido Adler“ (Leitung: Meike Wilfing-Albrecht) und (4) „ZeitzeugInnen der Wiener Filmmusik“ (Leitung: Stefan Schmidl).

 

(1) „LLM-gestützte Datenanreicherung und Auswertung der Oberkammeramtsrechnungen der Stadt Wien“ zielt auf die verbesserte digitale Erschließung der Wiener Oberkammeramtsrechnungen mittels Large Language Models ab und schließt an ein laufendes Projekt an. Aufbauend auf fehlerbehafteten, durch Handwritten Text Recognition erstellten Transkriptionen werden zwei Hauptziele für dieses Projekt verfolgt: die Korrektur fehlerhafter Texterkennungen und das Taggen von Entitäten (Personen- und Ortsnamen, Buchungsarten). Durch das experimentelle Arbeiten mit Retrieval-Augmented Generation und kontextbezogenem Prompt Engineering sollen die Möglichkeiten für historische Texte ausgelotet und die Nutzbarkeit der stadtgeschichtlichen Quellen verbessert werden.

 

(2) „Schubert meets AI“ entwickelt ein KI-basiertes Verfahren zur automatisierten Extraktion, Strukturierung und Konvertierung musikwissenschaftlicher sowie quellenbezogener Daten der Neuen Schubert-Ausgabe in das MEI-Format (Music Encoding Initiative). Mit Large Language und Large Reasoning Models soll der Digitalisierungsprozess optimiert und eine übertragbare Methode für historisch-kritische Musikeditionen geschaffen werden.

 

(3) „Der Kopist William Kupfer zwischen Johannes Brahms und Guido Adler“ untersucht die bisher kaum erforschten Tätigkeiten des Kopisten und Musikers William Kupfer (1840–1911) für die Denkmäler der Tonkunst in Österreich (DTÖ) sowie seine Verbindung zu Johannes Brahms und Guido Adler. Anhand neu entdeckter Briefe und Notenabschriften im DTÖ-Archiv werden Kupfers Arbeitsprozesse und sein Beitrag zum Wiener Musikleben rekonstruiert. Die Ergebnisse liefern wertvolle Einblicke in die Musikproduktion des 19. Jahrhunderts sowie die Frühgeschichte der DTÖ.

 

(4) „ZeitzeugInnen der Wiener Filmmusik“ widmet sich der Erforschung der Wiener Filmmusikgeschichte ab 1980 durch Interviews mit Komponist:innen. Ziel ist es, Einblicke in deren kreative Prozesse, Produktionsbedingungen und Zusammenarbeit mit Regisseur:innen zu gewinnen und zu dokumentieren. Die Ergebnisse fließen in einen wissenschaftlich aufbereiteten Dokumentarfilm ein. Damit schließt das Projekt eine bislang unerforschte Lücke und trägt zur Gesamtdarstellung der Filmmusik in Österreich bei.