
Oft wird angenommen, dass unsere Sinne nicht verändert werden können. Wer schlecht sieht, braucht eine Brille. Wer schlecht hört, ein Hörgerät. Die technische Hilfe kommt zum Einsatz, Ende der Geschichte, mehr geht eben nicht. Beverly A. Wright sieht das anders. Die Professorin der Northwestern University erforscht, wie unsere Sinne trainiert werden können. Sie untersucht perzeptuelles Lernen – fragt also, wie sich Wahrnehmungsfähigkeiten durch Übung verbessern lassen.
Derzeit ist Wright als Berta Karlik Fellow am Institut für Schallforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zu Gast. Im Interview erklärt sie, warum Hören ein bisschen wie Muskeltraining ist, weshalb es beim Üben auf die richtige Dosis ankommt – und was ihre Forschung für klinische Rehabilitation und Sprachlernen bedeuten könnte.
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Auf einen Blick
Beverly A. Wright ist Professorin am Department of Communication Sciences and Disorders der School of Communication an der Northwestern University. Sie erforscht auditive Wahrnehmung und perzeptuelles Lernen: also die Frage, unter welchen Bedingungen Menschen lernen, Klänge, Tonhöhen, Rhythmen oder Sprachlaute besser zu unterscheiden. Ihre Forschung reicht von einfachen Hörreizen bis hin zu Sprache und klinisch relevanten Fragestellungen, etwa Hörverlust sowie Sprach- und Lesestörungen. Von April bis September 2026 ist sie Berta Karlik Fellow am Institut für Schallforschung der ÖAW.
Das Berta Karlik Fellowship ist nach der Physikerin Berta Karlik benannt, dem ersten weiblichen Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Es richtet sich an herausragende MINT-Wissenschaftlerinnen aus aller Welt und soll internationalen Austausch sowie nachhaltige Kooperationen mit ÖAW-Instituten ermöglichen.
Neben den Berta Karlik Fellowships gibt es an der ÖAW auch Academy Fellowships. Sie sollen international ausgewiesenen Forschenden Sabbaticals an ÖAW-Instituten ermöglichen und ihnen Zeit für neue Forschungsideen ohne Lehr- oder Verwaltungsaufgaben geben. Zu den Academy Fellows zählen etwa der Demograf Mohammad Jalal Abbasi-Shavazi am Vienna Institute of Demography und der Historiker Pieter Judson am Institut für Kulturwissenschaften.