Die jährlichen Kommissionstreffen finden soweit möglich in Präsenz statt. Nur auf diese Weise ergibt sich die für eine erfolgreiche Kommissionsarbeit zentrale transdisziplinäre Atmosphäre. Darüber hinaus ist dies auch für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit zentral, da die Kommissionssitzungen und die dort geleistete Arbeit durch öffentliche Vorträge innerhalb und außerhalb der Akademie eine entsprechende Aufmerksamkeitsschwelle erreichen. Die Kommissionssitzungen finden zweimal jährlich statt, einmal verbunden mit der entsprechenden Konferenz vor Ort, einmal in Wien. Daneben werden im Rahmen der Kommissionsarbeit Vorträge, digitale Workshops und Podiumsdiskussionen veranstaltet.

 


"Die Ptolemäer als Pharaonen - Transformations- und Akzeptanzstrategien bei der Dynastiebildung im frühhellenistischen Ägypten“

von Hilmar Klinkott (Kiel),
25. Juni 2025, 18:00 Uhr
"Alte Burse", Sonnenfelsgasse 19

Mit der Einsetzung des Ptolemaios (I.) als Satrap in Ägypten setzte eine Entwicklung ein, die zur Ausbildung der sog. Ptolemäerdynastie des hellenistischen Ägypten führte. Dabei war die Akzeptanz dieser griechisch-makedonischen Herrscher also Pharaonen in Ägypten weder selbstverständlich noch in ihrer Ausbildung vorgezeichnet, auch wenn dies aus der Retrospektive einer langen ptolemäischen Geschichte (von 321 bis 30 v.Chr.) so erscheinen mag. Einige königliche Inschriften der ersten fünf Ptolemäerkönige, sogenannte Synadaldekrete, scheinen ein Schlaglicht auf den Prozess zu werfen, wie die makedonisch-griechischen Herrscher über ihr Selbstverständnis als Könige (basileis) hinaus schrittweise eine Anerkennung als ‚vollwertige‘ ägyptische Pharaonen ausbildeten. Obwohl der Anspruch auf eine königlich-pharaonische Selbstdarstellung schon von frühe an (siehe in der sog. ‚Satrapenstele‘ Ptolemaios‘ I.) vorhanden war, reflektieren die Synodaldekrete einen vorsichtigen Aushandlungsprozess in der Übernahme der pharaonischen Titulatur, der die ptolemäische Strategie in der Transformation des eigenen ‚Fremdherrscherstatus‘ sichtbar macht und der erst unter Ptolemaios V. zu einem Abschluß zu kommen scheint.

 


Chiliarchien in Persepolis

von Wouter Henkelman
28. November 2024, 10:00 Uhr
Museumszimmer ÖAW

Das Festungsarchiv von Persepolis, eine wichtige Quelle für die Erforschung des Achämenidenreichs, liefert zahlreiche Belege für die Teilungen von 10, 100 und 1000. Die Terminologie für solche Gruppen, wie z. B. „Chiliarchie“, ist aus griechischen Quellen über das Perserreich bekannt, aber da diese Quellen im Allgemeinen von militärischen Begegnungen inspiriert sind, wurde die Dezimaleinteilung bisher als militärische Einteilung oder zumindest als vom Militärwesen inspiriert angesehen. Der Vortrag wird die „Chiliarchien“ von babylonischen Steinmetzen, die in Persepolis tätig wren und möglicherweise die Terrasse von Persepolis gebaut haben, sowie kleinere Arbeitsgruppen und Steuereinheiten, die nach dem gleichen Prinzip organisiert waren, untersuchen.

Wouter F.M. Henkelman promovierte 2006 in Leiden mit einer Dissertation über elamitische Götter im Festungsarchiv von Persepolis (um 500 v. Chr.). Nach mehreren Postdocs, darunter ein Humboldt-Stipendium am DAI in Berlin, wurde er 2012 an die École Pratique des Hautes Études in Paris berufen, wo er für „mondes élamites et achéménides“ zuständig ist. An der EPHE ist er zudem Leiter des kürzlich gegründeten Centre Sarikhani des Études Élamites. In Chicago ist er (zusammen mit Mark Garrsion) Mit-Direktor des Persepolis Fortification Archive Project.


Der römische Seehandel und seine Auswirkungen auf die Nordwestprovinzen

von Christoph Schäfer
29. November 2023
"Alte Burse" ÖAW

Die Wirtschaft war ein entscheidender Faktor für die Integrationsfähigkeit des Imperium Romanum. Der Seehandel wiederum stellte das Rückgrat der römischen Wirtschaft dar. Die Transportkostenverhältnisse der Kaiserzeit erwiesen sich als dermaßen günstig, dass Massengüter in großem Stil auch in die nordwestlichen Provinzen verhandelt wurden. Die weitreichenden ökonomischen Verflechtungen und die Intensität der maritimen Verbindungen bewirkten nicht zuletzt in den Nordwestprovinzen Entwicklungen, welche diese an der Peripherie gelegenen Regionen sowohl wirtschaftlich als auch kulturell eng mit dem Mittelmeerraum verbanden. 


The Course and Consequence of the Last Great War of Antiquity

by James Howard-Johnston
November 24th 2022
Johannessaal ÖAW

Please find the PROGRAM here.

The paper focuses on the longest and most dramatic war between the Roman and Sasanian Empires in the seventh c. CE. Very recently the confrontation between these two super-powers has attracted a huge interest by a larger public due to spectacular archaeological findings at Ephesus. James Howard-Johnston will introduce into the events and the major repercussions, within the empires involved but also on its borderlands, Arabia being the most important one.


The Sack of Nineveh in 612 B.C.: Fall of an Empire?

by Giovanni Battista Lanfranchi
28. OKTOBER 2021
Museumszimmer ÖAW

Please find the ABSTRACT here.

The lecture is aimed at discussing the applicability of the term “empire” to the governmental structure commanded by the Neo-Assyrian kings during the first four centuries of the first millennium BC, and the modalities and consequences of its disappearance after the sack of Nineveh in 612 BC, both terms being usually associated in the commonly adopted historical formula “fall of the (Neo-)Assyrian Empire”.