Ständig wird die Erde von hochenergetischen Teilchen aus dem All getroffen, die in der Atmosphäre mit den dortigen Luft-Molekülen wechselwirken, wovon schließlich Myonen zur Erdoberfläche gelangen. Diese 1912 vom Österreicher Victor Hess entdeckte kosmische Strahlung (damals "Höhenstrahlung" genannt) ist ständig präsent und erlaubt eine ganze Reihe von physikalischen Messungen.
Der am Institut für Hochenergiephysik gebaute Detektor besteht aus zwei drehbar gelagerten Szintillatoren, die bei Durchgang der Myonen kurze Lichtpulse aussenden. Diese werden von so genannten Photovervielfachern verstärkt und mit eigens entwickelter Elektronik ausgewertet. Die Drehung ermöglicht eine vom Einfallswinkel abhängige Messung der Intensität.
Die Mechanik wurde in der HEPHY-Werkstatt entwickelt und gebaut; die Elektronik vom gleichnamigen Fachbereich am Institut. Schon bei der Konzeption des Detektors, aber auch bei Aufbau und Inbetriebnahme waren mehrere Studenten beteiligt, um so gleich von vornherein den Blickwinkel der tatsächlichen Benutzer zu berücksichtigen.
Heute vormittag wurde der Detektor ins Freihaus der TU Wien geliefert und dort vom Vorstand des Instituts für Angewandte Physik, Prof. Dr. Herbert Störi, in Empfang genommen (siehe Foto). Bereits in wenigen Tagen beginnt das nächste Physikpraktikum (Laborübungen III), bei dem Physik-StudentInnen gruppenweise jeweils einen Halbtag an diesem Platz experimentieren werden. Möge die Übung gelingen!
