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Das Problem der Ewigkeitschemikalien mit „Superkräften“

Antihaftbeschichtungen, wasserdichte Kleidung und Feuerlöschschäume zählen zu den Anwendungen wo sogenannte Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) aufgrund ihrer außergewöhnlichen Eigenschaften zum Einsatz kommen. Ihre thermische und chemische Widerstandsfähigkeit bedeutet aber auch, dass sie nach ihrer Freisetzung in die Umwelt nur schwer abgebaut werden können. Jean Schmitt vom ITA spricht über die Herausforderungen einer Regulierung der PFAS und was es für zukünftige Materialien und Chemikalien bedeutet.

13.08.2026
Ein Feuerwehrmann sprüht Löschschaum auf Eisenbahnschienen
PFAS in Löschschaum ist kaum abbaubar (Foto: iStockPhoto)

Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) haben bemerkenswerte Eigenschaften. Was machen sie so interessant aber auch umstritten?

Jean Schmitt: PFAS, sind synthetische Stoffe mit außergewöhnlichen Eigenschaften, die sie für zahlreiche Anwendungen attraktiv machen. Sie werden beispielsweise in Antihaftbeschichtungen, wasserdichter Kleidung und Feuerlöschschäumen eingesetzt. Doch genau diese Eigenschaften, ihre thermische und chemische Widerstandsfähigkeit, sind problematisch: einmal freigesetzt, sind sie extrem schwer abzubauen.

Wo kommen Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen vor und welche Auswirkungen haben sie auf uns?

Schmitt: PFAS haben sich mittlerweile weit verbreitet. Sie wurden in den entlegensten Regionen der Erde nachgewiesen, tauchen regelmäßig in Blutproben von Menschen und Wildtieren auf und stehen mit einer Vielzahl gesundheitsschädlicher Auswirkungen in Verbindung, wie zum Beispiel einem geschwächten Immunsystem oder bei Leberschäden.

Im neuen 71. Nanotrust-Dossier titelt ihr von einer „Globalen Krise für Umwelt und Gesundheit“. Welche Aspekte habt ihr euch im Detail angesehen?

Schmitt: Das neue NanoTrust-Dossier beleuchtet diese komplexe Problematik. Zusammen mit meiner Kollegin Gudrun Lettner erklären wir, wie PFAS die Umwelt und unsere Gesundheit beeinflussen, welche Wege zur Exposition führen, wie die aktuelle Regulierung aussieht und welche gesellschaftlichen Kosten durch Krankheiten und Sanierung entstehen. Sie machen deutlich, wie dringend ein schrittweiser Ausstieg aus der Nutzung von PFAS ist, um weitere Emissionen zu verhindern und Alternativen zu entwickeln.

Hinsichtlich einer möglichen Regulierung: auf welche Herausforderungen seid ihr gestoßen?

Schmitt: PFAS schaden unserer Umwelt und Gesundheit. Gleichzeitig spielen PFAS aber in kritischen Bereichen wie der Medizin und dem Energiebereich eine wichtige Rolle, da es für einige Anwendungen bislang keine geeigneten Alternativen gibt. Für zukünftige Materialien und Chemikalien zeigt es, wie wichtig es ist, Umwelt- und Gesundheitsaspekte bereits in den frühesten Entwicklungsstadien solcher Materialien zu berücksichtigen und mögliche langfristige Folgen für die Gesellschaft zu antizipieren.

Download 71. NanoTrust-Dossier