The Role of Spatial Perception in Auditory Looming Bias: Neurobehavioral Evidence from Impossible Ears
26.08.2025
Räumliches Hören ermöglicht sowohl die bewusste Lokalisierung von Schallquellen als auch die automatische Überwachung der Umgebung. Der auditive Looming-Bias (ALB), der durch die priorisierte Verarbeitung von sich annähernden (looming) Tönen gegenüber sich entfernenden Tönen gekennzeichnet ist, ist vermutlich ein evolutionär bedingter Mechanismus zur frühzeitigen Gefahrenerkennung.
Der ALB könnte einerseits lediglich eine Anpassung an niedrigschwellige akustische Eigenschaften widerspiegeln oder aber erfordern, dass der Ton im Raum lokalisierbar ist. Um zu untersuchen, ob der ALB räumliche Wahrnehmungsentscheidungen oder lediglich akustische Veränderungen widerspiegelt, haben wir Ohren simuliert, die spektral-räumliche Assoziationen auf der Wahrnehmungsebene auflösen, während die zugrunde liegenden akustischen Zusammenhänge beibehalten wurden. Im Vergleich zu natürlichen Ohren beeinträchtigten diese „neuen“ Ohren die Schalllokalisation sowohl in der Richtungs- als auch in der egozentrischen Entfernungsdimension. Die Manifestation des ALB unterschied sich ebenfalls signifikant zwischen natürlichen und „neuen“ Ohren, was durch Ergebnisse einer Diskriminationsaufgabe und frühe kortikale Aktivität belegt wurde.
Bemerkenswert ist, dass die gemessene Gehirnaktivität den Entfernungs-Ratings sehr ähnlich war, was auf einen starken Zusammenhang zwischen räumlicher Wahrnehmung und der ALB-bezogenen neuronalen Verarbeitung hindeutet. Die Integration des neuronalen Markers in ein hierarchisches Wahrnehmungsentscheidungsmodell verbesserte das Modell und unterstreicht somit seine Verhaltensrelevanz. Diese Ergebnisse deuten generell auf einen starken Zusammenhang zwischen der Lokalisierbarkeit von Tönen und ihrer Fähigkeit, den ALB auszulösen, hin.
Lesen Sie den vollständigen Artikel auf Englisch im Journal Frontiers in Neuroscience.