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ZUM CHARAKTER DER MEDITERRANEN KONTAKTE IN DER BRONZEZEIT

Vortrag von Reinhard Jung

12.10.2016

Der Mittelmeerraum des 2. Jahrtausends v.u.Z. ist so intensiv wie nur wenige andere Weltregionen archäologisch untersucht worden. In der aktuellen Forschung lassen sich zwei starke Tendenzen beobachten: länderübergreifende Modellbildungen mit oft weitreichenden Verallgemeinerungen und regionale Detailstudien, die einen Schwerpunkt auf den lokalen „Impact“ überregionaler Beziehungen legen. Beide Ansätze bieten wichtigen Erkenntnisgewinn. Hier wird nun ein dritter Ansatz vorgestellt, in dem ein überregionales Bild gezeichnet wird, das auf der vergleichenden Auswertung neuer Grabungsbefunde und Fundmaterialien aus verschiedenen Ländern rund um das Mittelmeer beruht. Gerade bei den nicht-staatlichen Gesellschaften zeigt sich, wie entscheidend moderne Grabungsdaten dazu beitragen, bisherige Verallgemeinerungen infrage zu stellen. Ein Schwerpunkt des Vortrags wird die Frage bilden, welchen ökonomischen Charakter die überregionalen Beziehungen speziell zwischen nicht-staatlichen und staatlich organisierten Gesellschaften hatten und wie die ökonomischen mit anderen historisch bedeutsamen Faktoren zusammenwirkten.

 

OREA Lecture Room, Hollandstraße 11–13, 1020 Wien