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MATERIELLE KULTUR UND SOZIALE PRAXIS IM ÄGÄISCHEN UND ANATOLISCHEN NEOLITHIKUM

Institut für Ur- und Frühgeschichte, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

04.11.2015

Vortrag von Martin Furholt


Die Expansion neolithischer Siedlung erreicht Mitte des 7. Jahrtausends Westanatolien und Griechenland. Diese erste Neolithisierung Europas ist ein erklärungsbedürftiges Phänomen, da ihr eine lange Phase der Stagnation vorausgeht. Während Klima und demographische Faktoren bei dieser Mobilisierung bisher ortskonstanter Gruppen eine Rolle gespielt haben, sollen hier vor allem innergesellschaftliche Entwicklungen im Mittelpunkt des Interesses stehen. Eine Möglichkeit, sich diesen anzunähern bietet eine praxisorientierte Perspektive, die auf dem amerikanischen Pragmatismus aufbaut und soziale Praxis als materiell situiertes Phänomen begreift, im Zuge dessen Bedeutungen, Identitäten und soziale Beziehungen erschaffen werden. Es wird untersucht, wie Zeichen und Symbole, materielle Dinge und Bauten aufgrund ihrer materiellen Eigenschaften und ihrer physischen Anordnung aktiv auf die Beschaffenheit sozialer Beziehungen einwirken und sozialen Wandel konstituieren. Darauf aufbauend soll die Frage sozialer Organisation und ihrer Bedeutung für den neolithischen Expansionsprozess diskutiert werden.

 

Postgasse 7/1/10, Seminarraum