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Wiener Forschungsfest

Rathaus 21.-23. März | Das Wien des Mittelalters klingt nicht gerade nach einem Traumziel für eine Zeitreise, insbesondere aufgrund der verschiedenen Mittelalter-Klischees (Unwissenheit, Gewalt, Krankheit, Finsternis und Elend), die nach wie vor mit dieser Epoche verbunden werden.

21.03.2025
WOW – Das Wiener Forschungsfest Das Wiener Forschungsfest - eine Grafik mit Smileys

Die aktuelle Forschung kann jedoch ein viel facettenreicheres Bild des damaligen Lebens zeichnen – und zeigen, dass die Herausforderungen der Vergangenheit oft mehr jenen der Gegenwart und Zukunft Wiens gleichen, als man vermuten mag.

Dabei kommen neue Technologien, Methoden und Daten zum Einsatz, die z. B. die Rekonstruktion der Ernährung, des Gesundheitszustands, aber auch der Mobilität der Menschen anhand von Knochen, Isotopen und Genmaterial erlauben. Ein (mikroskopischer) Blick auf Pollen und Baumringe ermöglicht die Untersuchung ökologischer und klimatischer Veränderungen, der wirtschaftlichen Folgen und der Reaktionen der Menschen darauf. Unsere Kenntnis davon basiert auch auf Texten aus dem Mittelalter.

 

Unterstützt von Technologien wie digitaler Schrifterkennung und KI-Tools können vergessene oder teilweise zerstörte Schriften aus Politik, Wirtschaft und Forschung wieder entschlüsselt werden. Die Station bietet also eine Reise in die Vergangenheit, um mit Technologien der Gegenwart Antworten für die Zukunft zu finden. Zugleich wird darüber informiert, welche Studien- und Berufsperspektiven sich für junge Forscher*innen ergeben – um somit die Position Wiens an der Weltspitze der Mittelalterforschung zu erhalten. Im Einzelnen werden präsentiert:

Knochen eines Individuums aus dem 7. Jahrhunderts im 3D Nachdruck zur Erkennung von Brüchen und für Rückschlüsse auf frühmittelalterliche Lebensweise

Nachgearbeitete Glasperlenketten des 8. Jahrhunderts und eine Gürtelgarnitur des 7. Jahrhunderts als Hands-on-Erlebnis

Semantische Landkarten von ethnischen Bezeichnungen wie Hunnen, Goten, Franken, etc und „Mental Maps“ mittelalterlicher Autoren in einer Computersimulation zum Selbsterkunden

Infrarotspektroskopie zur Altersbestimmung organischen Materials Baumringe und Pollen-Samples samt digitalem Mikroskop

Brettspiel, mit dem die Besucher*innen das mittelalterliche Wien erkunden und dabei die Erkenntnisse aus den anderen Themen der Station nutzen können.