Back

„Nach seinem Bild und Gleichnis”

Projektstart: Die Erschaffung von Mann und Frau in Heinrich von Langensteins Genesiskommentar. „Warum wurde die Frau erschaffen?“

 

11.08.2025

Warum gibt es Geschlechterunterschiede? Welche Rolle hat die Frau in der Gesellschaft? Oder, etwas provokant formuliert, „warum wurde die Frau erschaffen“ (mulier quare sit facta)? Welche Folgen hat die Unterwerfung der Natur? Worauf basiert die Würde eines Menschen? Welche Beziehung besteht zwischen dem Körper und der Seele?

Spannende Fragen, von denen uns einige bis heute beschäftigen. Wir wissen hingegen kaum etwas darüber, was an den mittelalterlichen Universitäten über diese Themen unterrichtet wurde. In diesem FWF-Projekt nehmen wir uns vor, die diesbezüglichen Stellungnahmen aus der Lehre an der Universität Wien zu erforschen. Wir werden den dritten Band des Genesiskommentars des Heinrich von Langenstein, einem der ersten Theologieprofessoren in Wien, hinterfragen und in einer modernen Edition vorlegen. Heinrich von Langenstein (1325-1397) war ein herausragender Denker, wie es seine oft kontrovers argumentierten und überraschend aktuellen Antworten auf die obigen Fragen auch bezeugen. Die Vorlesungen, die er über das erste Buch der Bibel, die Genesis, an der Theologischen Fakultät gegen Ende des 14. Jahrhunderts gehalten hat, sind in neun Bänden und in knapp 150 Handschriften überliefert, eine Zahl, die es als „Bestseller“ seiner Zeit gelten lässt.

Leitung: Dr. Edit Anna Lukács, Abt. Schrift- und Buchwesen [Projektdetails hier]