"... Mayster Gilgen aber zur Arbeit angehalten werde und nicht feiere …"

Werkstattpraxis, Zahlungsflüsse und die Beziehung zwischen Künstler und Kaiser bei der Herstellung des Grabdenkmals in Innsbruck
Für das Grabdenkmal von Kaiser Maximilian I. in Innsbruck sind die 28 überlebensgroßen Messing- und Kupferstatuen, die den Kenotaph flankieren, von zentraler Bedeutung. Ihre Herstellung ist mit zwei Künstlern und Gießer besonders eng verknüpft: Gilg Sesselschreiber, der acht der heute erhaltenen Statuen verantwortete, und Stefan Godl, der 17 Statuen gegossen hatte. Die Arbeitsweise und die Interaktion der beiden Künstler mit dem Kaiser bzw. der Regierung könnten nicht unterschiedlicher gewesen sein. Im Laufe unseres Vortrags werden wir anhand von Originaldokumenten und den Statuen selbst Fragen zu ihrer Anstellung, amtlichen Kontrollen, der Flucht und Verhaftung Sesselschreibers, nicht realisierten oder eingeschmolzenen Statuen und dem Herstellungsprozess der Statuen nachgehen.
Im Anschluß an den Vortrag laden wir gemeinsam mit dem IMAREAL zur Buchpräsentation ein:
„Gates to Paradise. Metal Doors of the 11th and 12th Century“
Herausgegeben von Marianne Mödlinger, Judith Utz, Martin Fera und Heike Schlie
Die Bronzetüren des 11. und 12. Jahrhunderts sind der einzige vollständig erhaltene Komplex monumentaler Bronzen des europäischen Mittelalters. Im Wachsausschmelzverfahren aus unterschiedlichen Kupferlegierungen gefertigt und teils mit farbigen Einlegearbeiten versehen, zeigen sie eindrucksvoll biblische Szenen und Heilige. Auf Basis hochauflösender Fotografien, 3D-Modelle und Materialanalysen präsentiert das Buch neue Erkenntnisse zu Herstellung, Materialwahl und Bedeutung dieser außergewöhnlichen Kunstwerke und eröffnet frische Perspektiven auf die mittelalterliche Bronzeplastik.
Im Anschluß daran reichen wir Brot und Wein.
Information
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien
Alte Psk | 5. Stock | Besprechungsraum 8
Wir bitten um Anmeldung bis
18. November 2025
managing-maximilian[at]oeaw.ac.at


