Als “Brotberuf” studiere ich im Moment Wirtschaftsrecht (WU) und Politikwissenschaften (Universität Wien). Dabei bilden diese beiden Studien für mich aber eigentlich nur eine Grundlage, quasi ein Sprungbrett: Meine Leidenschaft gilt den Themen Demokratietheorie, Partizipation, Internationale Politik und Menschenrechte. Daher suche und nutze ich bereits seit Jahren Möglichkeiten, um mich aktiv in Politik und Gesellschaft einzubringen.
Eine weitere solche Möglichkeit hat sich mir nun im Rahmen des Congress of Local and Regional Authorities geboten. Das ist eine Institution innerhalb des Europarats, die sich aus über 300 Vertreter:innen von Gemeinden, Städten und Regionen aus allen 46 Mitgliedsstaaten zusammensetzt. Der Kongress hat dabei zwei Hauptaufgaben: Einerseits stärkt er den Dialog zwischen nationalen Regierungen und lokalen Autoritäten (in Österreich z.B. Landtagen, Bürgermeister:innen etc.). Andererseits setzt sich der Kongress aktiv für die drei Hauptthemen des Europarats ein: Democracy, Human Rights, and Rule of Law.
Seit 2014 kann bei den halbjährlichen Sitzungen des Kongresses auch ein:e Jugenddelegierte:r pro Land mitwirken – ganz im Zeichen der Initiative „Rejuvenating Politics“! Nachdem ich dieses Jahr Österreichs Jugenddelegierter bin, durfte ich im März bereits ein erstes Mal nach Straßburg reisen, wo der Kongress tagt. Meine Hauptaufgabe während dieser Woche: gemeinsam mit den anderen Jugenddelegierten Beiträge vorbereiten, die wir dann später während der März-Sitzung im Plenum vortrugen. Dabei durften wir wie die gewählten Repräsentant:innen mitdiskutieren und unsere Meinung zu aktuellen Themen kundtun.
Der Fokus lag bei dieser Sitzung vor allem auf den Krisensituationen in der Türkei und Georgien, aber auch allgemeinere Probleme wie der Klimawandel oder die Wohnungsnot in vielen Städten Europas wurden erörtert. Persönlich habe ich etwa die Bedeutung von Moorgebieten für lokale Klimaschutzmaßnahmen und das Beispiel Wiens in Fragen des genossenschaftlichen Wohnbaus zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit betont.
Studienstiftung als Sprungbrett
Geholfen hat mir bei dieser Aufgabe sicherlich die Erfahrung, die ich auch und besonders innerhalb der Studienstiftung bereits angesammelt habe. Ich bin nun schon so lange dabei, dass ich mich glücklich schätzen kann, bei vielen tollen Initiativen dabei gewesen zu sein. So habe ich etwa bei der Ideenfindung und Organisation der Soirée, beim von mir betreuten Seminar zur Zukunft der Demokratie und während der beiden Jahre als Sprecher einiges dazugelernt –in fachlicher wie auch persönlicher Hinsicht. Vor allem der intensive Austausch mit Geförderten aus allen Fachrichtungen hat dazu beigetragen, dass ich in meinem außeruniversitären Engagement auf Interdisziplinarität achte.
Das hat sich auch beim Congress of Local and Regional Authorities bezahlt gemacht. Die Bandbreite an Themen, die dort diskutiert wird, ist durchaus beträchtlich. Aber genau diese Vielfalt und Abwechslung im Zusammenspiel von Politik und Zivilgesellschaft macht mir am meisten Spaß. Was ich bisher verschwiegen habe, aber nicht unerwähnt lassen möchte: Zu dieser Vielfalt gehört natürlich auch der Austausch mit den anderen 45 Jugenddelegierten. Und hier muss ich zugeben: Ich habe wohl noch nie eine so offene Gruppe an Menschen getroffen, mit der ich sofort zusammenarbeiten wollte. Naja, außer vielleicht in der Studienstiftung ;-)
Du willst dich einbringen?
Du hast Interesse, dich selbst auch in gesellschaftliche Prozesse einzubringen? Hast Ideen für deinen Bereich und möchtest etwas verändern? Oder dir liegt ein Thema am Herzen, das ich bei der Oktober-Sitzung des Kongresses ansprechen sollte? Dann melde dich doch gerne bei mir (michael.weilch(at)s.wu.ac.at)! Ich freue mich über deine Anmerkungen und Kommentare:)
In den letzten Jahren habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, junge Menschen zu vernetzen und Chancen aufzuzeigen. Egal, ob du aus den Naturwissenschaften oder der Philosophie kommst – deine Stimme ist wichtig! Und wer weiß, vielleicht reist ja nächstes Jahr auch du nach Straßburg und hältst dort eine beschwingte Rede…
INTERVIEW mit Michael zur 1. Soirée 2022.






