
Risikomanagement soll Führungskräfte dabei unterstützen Ziele zu erreichen, mögliche Unsicherheiten zu beobachten und zu bewältigen, und die Sicherheit eines Unternehmens oder Betriebs zu erhöhen. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und können – je nach Branche – sehr verschieden ausfallen. Umso wichtiger sind daher einheitliche Rahmenbedingungen.
Das Austrian Standards Institute (ASI) möchte mit der in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Risikomanagement der Schweiz und Österreichs erstellten Neuauflage der ONR-Serie „Risikomanagement für Organisationen und Systeme“ genau das erreichen: Während der internationale Standard – ISO 31000 mit dem Titel „Risk Management – Principles and Guidelines“ – Grundsätze und Richtlinien für die Anwendung vorgibt, zeigt die ONR-Serie auf, wie diese in die Praxis umgesetzt werden können. Das Ziel: Internationale Strukturen sollen harmonisch integriert und so verständlich wie möglich erklärt werden.
„Risikomanagement ist ein wichtiger Teil der Unternehmensführung. Je einheitlicher die Prozesse und Methoden sind, um Risiken zu überwachen und zu bewältigen, desto effizienter kann ein Managementsystem funktionieren“, meint André Gazsó, der für das ITA an dem einjährigen Überarbeitungsprozess beteiligt war. „Das Besondere am Risikomanagement ist ja, dass es in der Praxis in ein bestehendes System eingegliedert wird, z.B. in Umwelt- oder Qualitätsmanagement oder in Arbeitsschutzrichtlinien“.
Hier gäbe es bereits Best Practices, die man nicht ersetzen, aber um Aspekte aus dem Risikomanagement – wie etwa der Beurteilung, Bewältigung und Überwachung potentieller Risiken – ergänzen möchte. „Mit der derzeitigen vierten Auflage der ONR 49000 sind wir auf dem Weg zu einem integrierten Risikomanagement“, betont Gazsó. „Das ist insofern wichtig, als sich zunehmend neue Methoden etablieren, und die branchenspezifische Bedeutung von Risikomanagement steigt, etwa im Bereich der Patientensicherheit.“
Die ONR 49000-Serie wurde in vielen Bereichen erneuert, u.a. wurden zahlreiche Begriffe vereinheitlicht. Im Leitfaden geht es zunächst um die praktische Umsetzung internationaler Standards, dann werden verschiedene Methoden vorgestellt und in Praxisbeispielen angewendet. Ein eigener Leitfaden zur Erstellung von Notfall- und Krisenmanagement dient zur Vorbereitung auf und Vorbeugung gegen Schadensfälle. Die Ausbildungsrichtlinien berücksichtigen die neuen Herausforderungen.
Derzeit gibt es im deutschsprachigen Raum 1500 nach ONR zertifizierte RisikomanagerInnen, der Großteil davon arbeitet im Bereich Krankenanstalten und Patientensicherheit.
