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„Bleiben weiter unabhängig und neutral“

Das ITA feierte am 2. Juni mit rund 300 Gästen sein 20-jähriges Bestehen. Akademie-Präsident Anton Zeilinger betonte die Wichtigkeit gesellschaftsrelevanter Forschung, ITA-Leiter Michael Nentwich meint, man werde weiter wissenschaftlich, unabhängig und nahe an den BürgerInnen forschen.

13.06.2014
Michael Nentwich im Gespräch mit Renate Mayntz - sie hielt den Festvortrag im großen Saal der Akademie. (Foto: Jaro Sterbik-Lamina/ITA)

Am 2. Juni feierten Michael Nentwich und sein Team gemeinsam mit rund 300 Gästen aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz das 20-jährige Bestehen des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung.

Der Zeitpunkt dafür könnte kaum besser sein: Seit kurzem Mitglied des europaweiten TA-Netzwerks EPTA, plant das ITA gerade eine engere Zusammenarbeit mit dem österreichischen Parlament - unter den Gästen waren auch einige Nationalratsabgeordnete. Auch die Beteiligung der Öffentlichkeit wird groß geschrieben: Im Februar fand ein internationales BürgerInnenforum zu Sicherheit und Überwachung statt, Ende Oktober organisiert das ITA für Österreich ein europaweites Forum zu nachhaltigem Konsum.

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"Das ITA ist für die Akademie sehr wichtig. Es betreibt hervorragende Arbeit an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. ‚Science for Policy‘ ist einer der aktuellen Schwerpunkte der Akademie der Wissenschaften, und wir reihen uns damit in eine Entwicklung ein, die von etlichen internationalen wissenschaftlichen Einrichtungen bereits seit langem betrieben wird", betonte ÖAW-Präsident Anton Zeilinger, der die Veranstaltung mittels Videobotschaft eröffnete.

Aha-Erlebnisse erzeugen

"Nach zwei Jahrzehnten erleben wir heute nicht nur eine steigende Nachfrage nach TA, wir können auch auf etliche erfolgreiche Kooperationen mit internationalen TA-Einrichtungen, aber auch mit Auftraggebern aus den Bereichen Wissenschaft und Verwaltung zurückblicken", so ITA-Direktor Michael Nentwich. "Wir hatten viele Aha-Erlebnisse während dieser Zeit, und wir haben auch einige bei unseren Adressaten ausgelöst. Wir ringen um eine produktive, interdisziplinäre Arbeitskultur und werden uns dafür auch weiter einsetzen."

TA bedeutet für Nentwich, „den Blick zu schärfen für nicht offensichtliche und nicht beabsichtigte Folgen neuer Technologien. Wir wollen Wissenslücken und alternative Entwicklungspfade aufzeigen.“ Das ITA bleibe auch weiter wissenschaftlich orientiert, unabhängig und neutral, betont er weiter.

Ehrengäste und schräge Instrumente

Den Festvortrag über die Herausforderungen, denen sich die Technikfolgenabschätzung stellt, hielt Renate Mayntz, die Doyenne der deutschen Soziologie. Unter den Gesprächspartnern von Moderatorin Birgit Dalheimer waren u.a. Nationalratsabgeordnete Ruperta Lichtenecker, Sektionschefin Barbara Weitgruber vom BM für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, der Leiter des Schweizer Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung, Sergio Bellucci, sowie Armin Grunwald, Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag. Die künstlerische Gestaltung übernahm Komponist und Instrumentenbauer Richard Eigner (Ritornell).

„Ich danke Ihnen für die Bereitschaft, sich mit unseren oft unbequemen Fragen auseinanderzusetzen“, so Nentwich abschließend.


13.06.2014

Von: Denise Riedlinger