Zellkultiviertes Fleisch – zwischen Hype und Widerstand der Landwirte

Warum es so schwierig ist, über Zukunft und Wandel zu sprechen, wenn es um Fleisch geht
Österreich, Italien und Frankreich gehören zu jenen EU-Ländern, die sich zunehmend gegen Fleisch aus dem Labor (auch „Laborfleisch“ oer „In-vitro-Fleisch“ genannt) wehren. Die österreichische Regierung hat kürzlich sogar ein Verbot von kultiviertem Fleisch angekündigt, nachdem eine Petition mit 44.000 Unterschriften von regionalen Landwirtschaftskammern eingereicht worden war.
Durch Zellkultivierung hergestelltes Fleisch wurde einst als Lösung für ökologische, ethische und Ernährungssicherheitsprobleme angepriesen. Heute stößt es zunehmend auf politischen und gesellschaftlichen Widerstand. Befürworter:innen sehen darin ein Potential für echte Transformation und eine nachhaltige Zukunft, Kritiker:innen eine Bedrohung für die traditionelle Landwirtschaft. Zellkultiviertes Fleisch ist zu einem Symbol für den größeren Kampf um die Transformation der Lebensmittelsysteme geworden.
Die Weitergabe von falschen Informationen und ideologische Gräben behindern ein echtes Verständnis in der Öffentlichkeit zusätzlich. Im Gegensatz zu anderen Sektoren, die sich im Übergang zur Nachhaltigkeit befinden, ist Fleisch tief mit Kultur, Identität und Emotionen verbunden, was Veränderungen besonders schwierig macht. Arianna Ferrari untersucht in ihrem Vortrag am Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA-ÖAW) die widersprüchlichen Narrative, die politische Gegenreaktion und die Unsicherheiten, die diese Innovation umgeben.
Arianna Ferrari Bio Arianna Ferrari ist Ethikerin und Wissenschafts- und Technikphilosophin mit umfassender Erfahrung in den Bereichen Technologiebewertung, Bewertung von Visionen zur technologischen Zukunft (Vision Assessment) und Human-Animal Studies. Sie ist Scientist am AIT Austrian Institute of Technology.
Informationen
Dienstag, 17. Juni , 13:30-15:00
"Alte Burse"
Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien
Anmeldung: tamail(at)oeaw.ac.at
Vortragssprache: Englisch
