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Preise der Universität Wien für Uwe Harten und Clemens Gubsch

Uwe Harten erhielt das Goldene Doktorat und Clemens Gubsch den Dissertationspreis des Instituts für Musikwissenschaft

29.05.2025
Preisträger*innen v.l.n.r. Uwe Harten, Dijana Popović, Natalia Neira Nieto, Anna Natalya Mary Lea, Konstantin Hirschmann, Roxane Juliana Lindlacher, Clemens Gubsch (© Alexander Wilfing)

Am 26. Mai 2025 wurde Dr. Uwe Harten am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien das Goldene Doktordiplom verliehen. Damit ehrt die Universität Wien eine fünzigjährige Tätigkeit im Dienste der Musikforschung, die zahlreiche Gebiete umfasst, insbesondere aber mit den Namen Anton Bruckner und Hans Rott verbunden ist. Geboren am 16. August 1944 in Ehrhorn (Niedersachsen) absolvierte Harten in Hamburg seine Gymnasialausbildung, praktisch-musikalische Studien und den Beginn des Studiums der Musikwissenschaft und der Kunstgeschichte, das er ab 1964 in Wien fortsetzte und 1975 mit der Promotion zum Dr.phil. abschloss. Es folgte eine jahrzehntelange Tätigkeit an der Kommission für Musikforschung (später: dem Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und ab 1978 die Mitarbeit am Anton Bruckner Institut Linz, dem Harten 1988–2000 als stellvertretender wissenschaftlicher Leiter vorstand. Ab 1974 war er Sekretär, später Präsidiumsmitglied der Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern der Tonkunst in Österreich und betreute zahlreiche Publikationen dieser Institution. Seine wichtigsten Publikationen betreffen Anton Bruckner (Anton Bruckner. Ein Handbuch. Salzburg–Wien 1996), und den früh verstorbenen Bruckner-Schüler Hans Rott, den er in zwei umfangreichen Dokumentationen würdigt; Harten ist auch Präsident der 2002 gegründeten Internationalen Hans-Rott-Gesellschaft. Seine Publikationstätigkeit umfasst eine Fülle von biographischen Forschungsarbeiten, vor allem im Dienste großer musikhistorischer und allgemein historischer Nachschlagewerke. (Autor: Thomas Leibnitz)

Dr. Clemens Gubsch wurde für seine Dissertation Musiktheorie in Wien in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – Anton Bruckner als Schüler und Lehrer mit dem Dissertationspreis des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien ausgezeichnet. Die Arbeit stellt die erste systematische Untersuchung dar, die Anton Bruckner nicht primär als Komponisten, sondern als Lernenden und Lehrenden in den Mittelpunkt rückt. Auf der Grundlage von Studienbüchern aus Bruckners Ausbildung bei Simon Sechter sowie zahlreicher Mitschriften seiner Schüler rekonstruiert Gubsch sowohl die musiktheoretische Unterrichtspraxis des 19. Jahrhunderts als auch Bruckners eigene didaktische Herangehensweise. In seiner Laudatio betont Michele Callella, dass die Dissertation durch methodische Stringenz, quellenkritische Genauigkeit und eine klar strukturierte Darstellung historischer Lernprozesse überzeugt. Sie eröffnet neue Perspektiven auf Bruckners musiktheoretisches Wirken und leistet einen substantiellen Beitrag zur Geschichte der Musiktheorie und historischen Didaktik im 19. Jahrhundert.