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Das Dreimäderlhaus und der populäre Schubert

Ein Sammelband zur Entstehung und Verbreitung eines melodramatischen Komponistenbildes, herausgegeben von Vasiliki Papadopoulou und Stefan Schmidl

29.06.2026

Mit Rudolf Hans Bartschs Roman Schwammerl und dem darauf basierenden Singspiel Das Dreimäderlhaus entstand im frühen 20. Jahrhundert ein Schubert-Bild, das bis heute nachwirkt, ebenso populär wie umstritten. Beide wurden häufig dafür kritisiert, den Komponisten Franz Schubert sentimental zu überhöhen und zu verharmlosen. Der Band zeigt jedoch, der vielzitierte „Schubert-Kitsch“ ist weniger als biografische Aussage über Schubert zu verstehen, sondern vielmehr als Spiegel von Sehnsüchten, Projektionen und kulturellen Unsicherheiten des 20. Jahrhunderts.

Der Sammelband versammelt Beiträge aus unterschiedlichen Perspektiven und zeichnet nach, wie es gelingen konnte, Schubert zu einer breit anschlussfähigen Identifikationsfigur zu stilisieren. Im Zentrum stehen die Mechanismen der Popularisierung und die Frage, wie ein melodramatisches Komponistenbild entsteht, sich verfestigt und weitergetragen wird – von der Literatur über die Bühne bis hin zum Film. Damit eröffnet die Neuerscheinung nicht nur neue Zugänge zu Das Dreimäderlhaus, sondern auch zur Kulturgeschichte des populären Komponistenbildes insgesamt.

Der Band im Hollitzer Verlag: Das Dreimäderlhaus und der populäre Schubert