Text: Kerstin Grabner | Foto: privat
Es war mein Mathematiklehrer, ein Quereinsteiger, der nicht selten betont hat er "sei ja aus der Industrie", der mich immer wieder ermutigt hat genau in diese Richtung zu gehen. Also hab ich es gewagt.
Vom Scheitern zur Leidenschaft
Das erste Jahr fiel mir tatsächlich schwer. Ich habe gefailed, probiert, gefailed, probiert, und den ganzen Sommer damit verbracht, mich nur mit dem Studium zu beschäftigen. Durch diese intensive Immersion entwickelte ich eine ernsthafte Leidenschaft. Heute interessiere ich mich vor allem für Halbleiterphysik, PCB-Technologien und alles was Raum- und Luftfahrt betrifft, weshalb ich seit Kurzem Mitglied des Österreichischen Weltraumforums bin.
Praxis am Weltrauminstitut der ÖAW
Was mich in diese Richtung bestärkt hat, waren unter anderem konkrete Erfahrungen. Ein Praktikum am ESI (einem Institut der ÖAW) im Aerospace Engineering in Leoben. Biomedical Research in Polen. Und die Arbeit als persönliche Assistentin einer Unternehmerin und Landtagsabgeordneten, wo ich Einblicke gewinnen durfte, wie Entscheidungen zwischen Familienunternehmen, Partei und Parlament entstehen. Heute bin ich Projektmanagement-Assistentin bei der Industriellenvereinigung Steiermark, wo sich meine Begeisterung für Technik, Politik und Projektmanagement jeden Tag neu bestätigt.
Projektarbeit von Graz bis Ostafrika
Im Hintergrund arbeite ich an ein paar Projekten, die mir sehr am Herzen liegen. Eines bringt junge Menschen an der TU Graz zusammen, um gemeinsam Politik und Technik zu diskutieren. Ein anderes führt mich nach Ostafrika, wo ich mit Jugendlichen an Bildungsthemen arbeite, die dort oft zu kurz kommen.
Die Österreichische Studienstiftung hat mir dabei einiges mit auf den Weg gegeben: Die Bedeutung von Bildung, Persönlichkeit, Anstand, Integrität und Menschlichkeit. Menschen mit so unterschiedlichen Hintergründen und Persönlichkeiten, und trotzdem ist der intellektuelle Austausch mit ihnen jedes Mal eine Freude. Es öffnet Perspektive.
Studienstiftung öffnet den Horizont
Ich sage es immer und immer wieder zu meinen Mitstudierenden: Einen großen Teil meiner persönlichen Weiterentwicklung verdanke ich der Österreichischen Studienstiftung und den Menschen, die ich dort kennengelernt habe! If you're young, curious and committed, bewirb dich! Es lohnt sich.
Ich bin seit 2024 Geförderte der Österreichische Studienstiftung und hatte das Privileg, auch dieses Jahr wieder an der jährlichen Soirée teilzunehmen. Motto: „Zwischen Sturm und Stille."
Als STEM-Begeisterte hat es mich sehr gefreut, dass es dieses Jahr statt den typischen Poetry Slams (wobei diese auch immer entzückend waren) Science Slams gab. Begeistert hat mich vor allem der Beitrag von Mira Ivanova, „Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik … im Jazz?".
Der zweite Hauptsatz besagt: Entropie nimmt zu. Systeme bewegen sich von Ordnung zu Unordnung. Unweigerlich und unumkehrbar. Im Jazz wird das Prinzip der Unvorhersehbarkeit zur Kunst. Unser Gehirn liebt es, Muster zu erkennen. Spielt man jedoch immer dasselbe Muster, wird es langweilig. Die Schönheit entsteht also durch die Improvisation und eine stets neue Herausforderung für unser Gehirn. So entsteht im wahrsten Sinne des Wortes Musik für unsere Ohren. ;-)
