Text: Flora Schmudermayer | Fotocredits: Jacob Rennhofer, Lukas Auer, Norbert Ivanek, Space Relations_Dutowski und privat
Ich studiere Raumplanung und Raumordnung an der TU Wien. Und vielfältiger könnte ein Studium gar nicht sein. In der Raumplanung geht es stark darum, in unterschiedliche Perspektiven zu schlüpfen, die vielfältigsten Bedürfnisse zu erkennen und aus den verschiedensten Disziplinen heraus das Beste für die Menschheit zu schaffen - ein im Endeffekt sehr großer, aber doch passender Begriff.
Ich bin fast schon mehr in den verschiedensten Kinder- und Jugendinstitutionen aufgewachsen als daheim. Und vermutlich hat dort mein Interesse, Meinungen, Ansichten und neue Perspektiven zu sehen, angefangen.
Engagement seit der Schulzeit
Der Weg zur Studienstiftung ging für mich über die Schüler:innenvertretung. Als Bundesschulsprecherin durfte ich Dinge erleben, die man mit 18 selten sieht. Auf einmal sitzt man mit dem Bundespräsidenten in einem Kaffeehaus, leitet eine Sitzung im Nationalratssaal oder moderiert im Radio.
Hätte ich diese Dinge ein Jahr zuvor als möglich gehalten? Vermutlich nicht. Doch wahrscheinlich sind es genau die Erfahrungen, für die wir noch nicht bereit sind, die uns am stärksten prägen. Und die Studienstiftung traut uns Stiftis Dinge zu, die wir uns oft selbst nicht zutrauen. Nämlich ein Teil von dem Konglomerat Wissenschaft zu sein und uns dort auch einen Platz zu schaffen.
Ich hatte immer eher den praktischen, Anpacker-Spirit. Aber jetzt beim Schreiben meiner Bachelorarbeit finde ich es unglaublich spannend, Dinge, die ich vermute, wissenschaftlich und rechnerisch bestätigen zu können. Auch die zusätzliche Perspektive als Tutorin lässt mich das universitäre Setting ganz neu erleben.
Mitgestalten und (sich) Bewegen
Mittlerweile bin ich in meiner Heimatstadt Jugendgemeinderätin und versuche, die Einblicke, die ich bekomme, in mein Studium einfließen zu lassen und umgekehrt. Dieser Mehrwert, den ich hier wahrnehme, ist enorm. Vor allem, weil ich die Dinge, die ich im Studium theoretisch erlerne, praktisch anwenden kann. Und auch die Erfahrungen, die ich als Kinder- und Jugendleiterin bei den Pfadfinder:innen sammle, helfen mir, die Welt ein Stück weit aus Kinderaugen zu betrachten.
Interdisziplinarität und Perspektivenwechsel könnte auch der Slogan für die Österreichische Studienstiftung sein. Selten bekommt man die Möglichkeit, so einfach neue Disziplinen zu erkunden und neue Kontakte zu knüpfen. Denn aus der Studienstiftung entstehen nicht nur gute Ideen und viele Eindrücke, sondern auch - wie bei uns - mehr oder weniger regelmäßige Spieleabende.
In dem Sinne freue ich mich darauf, in meinem Leben immer wieder neue Perspektiven zu entdecken und diese miteinander spielen zu lassen. Gleichzeitig lade ich alle dazu ein, aus ihren Kreisen und Gewohnheiten auszubrechen und sich aktiv in die Gestaltung unserer Gesellschaft einzubringen.




