
Anneliese Rohrer, Journalistin DiePresse und Concordia-Preisträgerin 2024
Begrüßung: ÖAW-Präsident Heinz Faßmannn und Univ.-Prof. Dr. Christiane Wendehorst, Präsidentin der philosophisch-historischen Klasse der ÖAW.









Quergeschrieben Concordia-Preis 2024 Kritisch, rastlos, gnadenlos ...
Anneliese Rohrer hat neben Auszeichnungen wie den Kurt-Vorhofer-Preis dieses Jahr (2024) den Concordia-Preis für ihr Lebenswerk erhalten. Seit Jahrzehnten beobachtet und analysiert die Journalistin äußerst präzise die österreichische Politik.
Journalistin wollte sie eigentlich schon immer werden, erzählt sie im Studienstiftungsgespräch. Nach der Matura ging sie aber zunächst mit einem Auslandsstipendium für ein Jahr nach Ohio/USA. Studierte zurück in Wien zunächst Rechtwissenschaften, wechselte dann zu Geschichte. Nach Ihrem Abschluss verschlug es sie ans andere Ende der Welt. In Neuseeland lehrte sie zwei Jahre an der Universität – und hätte auch bleiben können mit einem fixen Lehrauftrag. Aber „mir war das zu viel Natur – wenn auch wunderschön … und mir fehlten die Kaffeehäuser und die Kultur …“
Zurück in Wien heuerte sie bei DiePresse an, „ohne vorher eine Zeile geschrieben“ zu haben. Und blieb für 30 Jahre, war Ressortleiterin in der Innen- und zuletzt auch der Außenpolitik. Nach der erzwungenen Pension, die sie lange als "Kränkung" empfand, arbeitete sie die letzten 20 Jahre weiter, ob für einen Dokumentarfilm über Menschenhandel, Lehrbeauftragte, Autorin und Kolumnistin - als Letztere kehrte sie auch wieder in DiePresse zurück, nachzulesen in "Quergeschreiben.
Wichtig war ihr in ihrer Arbeit immer, so Rohrer, kritische Distanz zu wahren zu Politiker:innen, das Du-Wort habe sie aus diesen Gründen immer abgelehnt.
Die wichtigsten Ziele sieht sie heute im Hochhalten von Demokratie und Freiheit, mit Blick auf die USA, aber auch und gerade hierzulande, wo es zu wenig Unternehmergeist und zu viel Obrigkeitsdenken gebe. Aber, um auch positive Ausblicke zu geben: Jede und jeder einzelne könne dazu beitragen, könne sich in Politik und Gesellschaft engagieren, ob auf Bezirksebene oder im persönlichen Umfeld. Nur, „ohne diesen Druck von unten und der Jungen wird sich nichts ändern“.
Dienstag, 12. November 2024, von 15:00 bis 16:30 Uhr
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anton Zeilinger Salon, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien