Di, 25. August 2026 | Kategorie Blog

WS Venture Capital: Vom Pitch zum Invest

Im Rahmen des zweitägigen Workshops am 4. und 5. Juli 2026 machten sich die Geförderten Lukas Reiter und Lauren Piazzi zum Ziel, das Thema Venture Capital möglichst praxisnah zu vermitteln. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Startups entstehen, wie die Finanzierung abläuft und anhand welcher Kriterien Venture Capital Fonds über Investitionen entscheiden. Die Österreichische Studienstiftung bedankt sich bei allen Beteiligten für den tollen Workshop. Danke auch für das positive Feedback der 23 Teilnehmer:innen!

Text: Lukas Reiter und Laurent Piazzi | Fotos: Lukas Reiter und Alessandro Rodia

Zwei Perspektiven, ein Thema

Für den authentischen Erfahrungswert sorgten zwei hochkarätige Referierende, die mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Startup-Welt vermittelten:

Elise Chen als CEO und Co-Gründerin von Syn2core. Vor der Gründung war sie Founder in Residence bei Entrepreneur First und sammelte operative Erfahrung im Mobilitätssektor – unter anderem als COO von NIO Deutschland und als VP OEM Partnerships beim Startup FINN. Begonnen hat ihre Karriere als Beraterin bei der Boston Consulting Group. Sie hält einen Master of Science der University of Oxford sowie Bachelor-Abschlüsse in Sinologie und Volkswirtschaft der LMU München.

Johannes Behringer als Principal bei Cusp Capital, einer auf Early-Stage-Investments spezialisierten Venture-Capital-Firm. Parallel ist er MBA-Candidate an der Harvard Business School. Zuvor war er Investment Associate bei Tengelmann Ventures (TEV) und Trainee bei der Europäischen Kommission. Sein Studium in Ethics, Politics, and Economics absolvierte er an der Yale University.

Vorbereitung mit Ernstfall-Charakter

Bereits im Vorfeld wurden die Teilnehmenden in 3er-Teams eingeteilt. Ihre Aufgabe bestand darin eine eigene Startup-Idee zu entwickeln und einen ersten „Quick & Dirty"-Pitch vorzubereiten. Die Prämisse: maximal drei Minuten, maximal fünf Slides, Fokus auf Market, Problem und Solution. Ferner musste das Konzept so skalierbar sein, dass es auch aus Sicht eines VC investierbar wäre. Als Orientierung dienten eine Pitch-Video-Anleitung von Y Combinator sowie die ikonische Airbnb-Slide-Vorlage.

Tag 1: Grundlagen legen

Den Auftakt des inhaltlichen Teils machte Johannes Behringer mit der Investorenperspektive: Fund Economics und Due Diligence standen im Mittelpunkt seines Inputs sowie die Frage, nach welchen Kriterien er seine Investmententscheidungen trifft.

Elise Chen setze mit ihrer persönliche Gründerperspektive fort: Product-Market-Fit, Fundraising und Skalierung aus Sicht einer Gründerin, die diese Prozesse selbst mehrfach durchlaufen hat. Der Lebenszyklus einer Idee - von ihrer Entstehung bis hin zur Gründung eines Unternehmens - wurde unter der Anleitung von Elise gemeinsam und interaktiv erarbeitet. 

Im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens bot sich noch weiterer Raum für Fragen und Gespräche, die im strukturierten Programm keinen Platz gefunden hatten.

Tag 2: Pitchen und reflektieren

Mit dem theoretischen Grundgerüst des ersten Tages galt es nun die Praxis zu simulieren. Unmittelbar nach dem Frühstück präsentierten die Teams ihre Pitches im YC-Stil: drei Minuten pro Team mit direktem Feedback von Chen und Behringer sowie der Gruppe.

In der abschließenden Reflexionsrunde ordneten Johannes Behringer und Elise Chen gemeinsam mit den Teilnehmenden die Erfahrungen ein: Welche Muster ließen sich über die verschiedenen Pitches hinweg erkennen? Was unterscheidet eine mehr von einer weniger überzeugenden Idee aus Investorensicht? Nach einer abschließenden Feedbackrunde endete der Workshop am Sonntagmittag.

Fazit

In zwei intensiven Tagen verknüpfte der Workshop theoretischen Input zu Fund Economics und Due Diligence mit der unmittelbaren Erfahrung, eine eigene Idee unter Zeitdruck zu entwickeln, zu pitchen und sich Kritik zu stellen. Dass Referent:innen aus Gründer- und Investorenperspektive gemeinsam auftraten, machte dabei sichtbar, wie unterschiedlich und gleichzeitig verzahnt beide Seiten des Venture-Capital-Prozesses denken.

Lukas Reiter und Laurent Piazzi bedanken sich im Namen aller Teilnehmenden bei Elise und Johannes, dass sie der Einladung gefolgt sind, und diese Erfahrung möglich gemacht haben.