Institut für Iranistik / Institute of Iranian Studies Österreichische Akademie der Wissenschaften
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Manichäismus – von Iran in die Welt
Vortrag von Dr. Iris Colditz, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
 
27.06.2017, 18:30
Österreichische Orient-Gesellschaft, Dominikanerbastei 6/6, 1010 Wien, Klubsaal
 

Abstract: Mani (216–276/7?) stiftete mit der nach ihm benannten Lehre, dem Manichäismus, eine der großen Weltreligionen. Diese gnostische, dualistische, synkretistische und als missionierende Universalreligion konzipierte Heilslehre verstand sich als Verkündung der wahren Offenbarung und wollte alle bisherigen religiösen Lehren in sich aufnehmen und vollenden. Der Manichäismus ist seinem Ursprung nach nicht iranisch, jedoch war Iran von sasanidischer bis frühislamischer Zeit sein wichtiges Missions- und Wirkungsgebiet. Von dort verbreitete er sich über das Römische Reich bis nach Nordafrika und Spanien und den Balkan und im Osten über Zentralasien bis nach China und adaptierte dabei Elemente aus anderen Religionen. Der Vortrag gibt eine Einführung in die manichäischen Glaubensvorstellungen und zeichnet das Leben und Wirken des Stifters Mani sowie die Geschichte des Manichäismus auf seinem Weg von Iran in die Welt nach. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den einzigartigen vielsprachigen manichäischen Originalschriften, die Anfang des 20. Jahrhunderts in der Turfanoase in Ost-Turkestan (heute Xinjiang, China) gefunden wurden.

Zur Person: Iris Colditz studierte Iranistik, Altertumswissenschaft und Westasienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte 1994 an der Freien Universität Berlin in Iranistik zum Thema "Zur Sozialterminologie der iranischen Manichäer". Sie war Wissenschaftliche Mitarbeiterin 1985–1993 am Akademienvorhaben Turfanforschung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 1994–2002 am Institut für Iranistik der Freien Universität Berlin, 2012–2016 am dortigen Sonderforschungsbereich 980 "Episteme in Bewegung", derzeit am Akademienvorhaben Turfanforschung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Iranische Philologie (Schwerpunkt Mitteliranisch), iranische Literaturen, Religions-, Sozial- und Kulturgeschichte Irans (besonders Manichäismus, Zoroastrismus), iranische Rechtsgeschichte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Dieser Vortrag ist Teil der vom Institut für Iranistik und der Österreichischen Orient-Gesellschaft gemeinsam organisierten Vortragsreihe "Kulturwissenschaftliche Iranforschung". Das Programm des Sommersemesters 2017 steht unter dem Schwerpunkt "Religionen in der Geschichte Irans".

 

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  zuletzt geändert am: 26.05.2017