Unter den Siegerprojekten war das von Daniel Gerlich, Gruppenleiter am Institut für molekulare Biotechnologie (IMBA). Gemeinsam mit Alipasha Vaziri, Gruppenleiter des Instituts für molekulare Pathologie und des Max F. Perutz Laboratories und Kareem Elsayad, Leiter der CSF Advanced Microscopy Facility, wird er im Projekt „Elucidating mitotic spindle assembly mechanisms by super-resolution fluorescence microscopy“, die Funktion der Mikrotubuli während der Mitose auf molekularer Ebene untersuchen.
Hierfür wird ein sogenanntes „Bessel beam light-sheet“ Mikroskop gebaut. Dieses System ist bisher nicht kommerziell erhältlich und wird nach dem Design des am Janelia Research Campus (USA) gelegenen Labors von Eric Betzig, Nobelpreisträger in Chemie 2014, gebaut. „Wir wollen die Technologie des Bessel Mikroskops bei uns am Vienna Biocenter etablieren. Dafür werden wir das System nachbauen und für unsere Anwendungen optimieren“, so Gerlich.
Mit der neuen Technologie wird es möglich sein einzelne Mikrotubuli in Echtzeit beim Aufbau der Teilungsspindel zu beobachten, welches mit herkömmlichen Mikroskopie Methoden nicht möglich ist. Innerhalb von wenigen Sekunden können mehr als 10.000 Bilder aufgenommen werden, ohne den Zellteilungsprozess zu stören. Bei bisherigen Methoden, wie etwa dem konfokalen Lasermikroskop, limitiert die Toxizität der deutlich größeren benötigten Lichtmenge die Bildaufnahme auf ungefähr ein Bild pro Sekunde.
Abgesehen von den erwarteten Erkenntnissen hinsichtlich der Mechanismen der Teilungsspindel, wird der Bau des Bessel Beam Mikroskop dazu beitragen das Vienna Biocenter als eines der international herausragenden Zentren für Bioimaging zu positionieren.
