Projektive Eintracht
Manifestationen des Antisemitismus in Österreich nach dem 7. Oktober

Der Alltag und die Sicherheit von Jüdinnen und Juden sind seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gaza-Krieg weltweit und auch in Österreich stark beeinträchtigt. Österreichische Monitoring-Stellen dokumentieren seitdem eine deutliche Zunahme körperlicher Angriffe, Bedrohungen und Beschimpfungen im öffentlichen Raum sowie Diskriminierungen in alltäglichen Situationen. Angesichts dieser massiven Zunahme untersucht das Forschungsprojekt die unterschiedlichen – manifesten wie latenten – Erscheinungsformen des Antisemitismus und die spezifischen Entwicklungen in Österreich seit der Zäsur des 7. Oktober 2023. Da antisemitische Projektionen auch kulturelle, gesellschaftliche und psychische Funktionen erfüllen, untersucht das Projekt zudem, inwiefern Antisemitismus in Österreich über politische Lager hinweg Einigkeit stiften kann – und wo diese Eintracht wiederum an ihre Grenzen stößt. Die Untersuchung stützt sich dabei auf einen breiten Quellenkorpus, der sowohl institutionelle und behördliche Dokumentation und Monitoring-Berichte als auch Printquellen und diverse digitale Inhalte einschließt. Darüber hinaus nimmt das Projekt eine historische Perspektive ein, um Kontinuitäten, Brüche und Transformationen des gegenwärtigen Antisemitismus vor dem Hintergrund der Entwicklungen seit 1945 nachzuzeichnen.
Projektbearbeiterin: Lea von der Hude
Finanzierung: ÖAW / Fellow
Dauer: 01.01.2026 – 31.12.2026
