Seit seinen Anfängen als „Kommission für historische Pressedokumentation“ in den 1990er Jahren hat sich das Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung (CMC) zu einer national und international renommierten Anlaufstelle für kommunikationswissenschaftliche Expertise entwickelt. Es befasst sich mit der Entwicklung der österreichischen Medien sowie mit politisch relevanter öffentlicher Kommunikation und deren Rolle in demokratischen Gesellschaften und untersucht zudem die Anforderungen an bürgerliches Engagement, unternehmerische Verantwortung und Medienpolitik. Sein methodischer Schwerpunkt liegt auf vergleichenden Perspektiven unter zeitlicher und internationaler Betrachtung, wobei verschiedene Medienformen berücksichtigt werden. Im Geiste der intellektuellen, kulturellen und soziologischen Traditionen, die die Kommunikationswissenschaft in Österreich bis heute prägen, bekennt sich das Institut zu einem empirischen Ansatz in den Sozialwissenschaften, den Paul Felix Lazarsfeld und seine Kollegen in den frühen 1930er Jahren in Wien begründet haben.

Das vom Institut gesammelte Fachwissen hat Einfluss auf Politik und Medien genommen und es zu einem gefragten Projektpartner gemacht; „Worlds of Journalism“, „Mapping Media Accountability“ und der „Media Pluralism Monitor“ der Europäischen Union sind nur drei der bedeutenden internationalen Kooperationen, an denen es beteiligt war. Im Auftrag der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH führte das Institut die allererste Studie zur demokratischen Qualität der österreichischen Medien durch, die bahnbrechende Erkenntnisse in der Wissenschaftskommunikation lieferte. Im Einklang mit der wissenschaftlichen Tradition der Österreichischen Akademie der Wissenschaften legt das Institut besonderen Wert auf Längsschnittanalysen (wie die Analyse der österreichischen Wahlkampfkommunikation seit 1966) sowie auf interdisziplinäre Perspektiven, die den Medien- und Kommunikationswissenschaften innewohnen (insbesondere in den Bereichen Politikwissenschaft, Psychologie, Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaft). Dieser interdisziplinäre Ansatz prägt auch die lebendige Veranstaltungsplanung des Instituts, die von renommierten wissenschaftlichen Konferenzen bis hin zu Vortragsreihen wie den beliebten „Hedy Lamarr Lectures“ reicht.

Seit 2013 wird das CMC in Zusammenarbeit mit der University of Klagenfurt betrieben – eine Kooperation, die das Humboldt’sche Modell fördert, indem sie Forschungsergebnisse in die Lehre einfließen lässt.

Gabriele Melischek und Josef Seethaler bieten weiterführende Einblicke in ihrem Beitrag: Die Institutionalisierung der Kommunikationswissenschaft an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften: Geschichte und Aufgabenbereiche des Instituts für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung. Geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Anzeiger, 152 (2017), Nr. 1: 65–98.