Forschung bringt's


...und die Forschung an der ÖAW wirkt.

20 Beispiele, die zeigen, warum sich Grundlagenforschung lohnt. 

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play/pause

Kostbare Kartenschätze im Netz

 

Über 380 historische Landkarten sind online zu finden

 

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Quanten verschlüsseln Botschaften

 

Kommunikation zwischen Erdteilen wird dank Quantenphysik abhörsicher

 

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Blutgefäße aus Stammzellen entwickelt

 

Neue Medikamente können auf Wirksamkeit getestet werden

 

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Bildung führt zu längerem Leben

 

Höhere Lebenserwartung dank Fortschritten im Bildungssystem

 

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Käfer statt Pestizide

 

Eine biologische Alternative zur Regulation von Schädlingen und Eindämmung von Unkraut

 

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800-jährige Baugeschichte der Hofburg erforscht

 

Ein einzigartiges Kulturdenkmal und Besuchermagnet wurde zur weltweit besterforschten Residenz

 

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Die großen wissenschaftlichen Durchbrüche haben in den meisten Fällen zwei Dinge gemeinsam: Sie entstehen in der Grundlagenforschung und es ist zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung oft nicht klar, welchen praktischen Nutzen sie haben könnten. Als der Physiker Heinrich Hertz im Jahr 1888 erstmals elektromagnetische Wellen nachwies, konnte er nicht ahnen, dass er damit eine neue Ära einläutete. Ohne seine Entdeckung gäbe es heute kein Radio, kein Fernsehen und keine Mobiltelefonie.

Der Grund für die hohe Innovationskraft der Grundlagenforschung liegt in ihrer Anwendungsoffenheit. Dadurch kann Grundlagenforschung Antworten auf Fragen liefern, die wir gegenwärtig noch gar nicht kennen. Ob Radiowellen, die Erfindung des Lasers, das World Wide Web oder die „Genschere“ CRISPR-Cas9 – keine dieser bahnbrechenden Neuerungen war planbar und doch sind sie alle das Ergebnis von Grundlagenforschung. Anders formuliert: Forschung bringt’s!

Auch die Forschung, die an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) betrieben wird, wirkt. Die ÖAW ist die größte außeruniversitäre Institution für Grundlagenforschung in Österreich. An ihren 28 Instituten schaffen mehr als 1.700 Wissenschaftler/innen neue Erkenntnisse zu den Grundlagen unseres Lebens, unserer Gesellschaft sowie unseres kulturellen Erbes. Und davon haben alle Menschen in Österreich etwas.
 

Das machen 20 konkrete Beispiele aus der Forschung an der Akademie deutlich:

Virtuelles Archiv

Kostbare Kartenschätze im Netz

„Mit dieser virtuellen Kartensammlung teilen wir unsere wertvollen Kartenschätze mit der ganzen Welt in Open Access.“
Sibylle Wentker, Bibliothek, Archiv und Sammlungen der ÖAW

Worum geht es?

Auf der neuen Onlineplattform „Sammlung Woldan“ sind seit 2018 über 380 wertvolle historische Landkarten aus den bedeutenden Originalbeständen der ÖAW hochaufgelöst digitalisiert und frei im Web einzusehen. Darunter befinden sich seltene Unikate, wie die Wieder-Woldan-Karte, die kurz vor der Entdeckung Amerikas im 15. Jahrhundert entstanden ist. Die virtuelle Sammlung wird laufend um weitere Werke erweitert.

Was bringt das?

Österreichs Kulturerbe ist nicht nur ein zentraler Teil der Identität des Landes. Es ist auch etwas, das Millionen Menschen weltweit mit Österreich verbinden. Das Online-Kartenportal trägt dazu bei, diese Verbindung zu stärken. Zudem können User/innen die Karten hochauflösend herunterladen und privat, auf Social Media oder für Kunstwerke verwenden.  Nutzer/innen haben auch die Möglichkeit, Teil der Crowd zu werden und den aktuellen Wissensstand zu erweitern, indem sie Änderungen oder Ergänzungen zu den Karten übermitteln können.

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Technologiesprung

Mit Quanten Botschaften verschlüsseln

„Das Experiment hat gezeigt, dass Quantenkommunikation absolut abhörsicher ist und auch in einem globalen Maßstab funktioniert.“
Anton Zeilinger, Quantenphysiker und Präsident der ÖAW

Worum geht es?

Das erste quantenverschlüsselte Video-Telefonat über zwei Kontinente zwischen Wien und Peking sorgte 2017 weltweit für Aufsehen. ÖAW-Präsident Anton Zeilinger telefonierte dank dieser Technik absolut abhörsicher mit seinem Amtskollegen Chunli Bai von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Für die Verschlüsselung wurde auch ein Quantensatellit genutzt, der von den österreichischen und den chinesischen Wissenschaftler/innen zuvor ins All befördert worden war.

Was bringt das?

Sicherheit bei der Datenübertragung ist im Zeitalter der Digitalisierung entscheidend. Bürger/innen erwarten zurecht, dass ihre Banküberweisung oder andere Transfers ihrer Daten sicher sind und nicht gehackt werden können. Doch herkömmliche Verschlüsselungsverfahren können das derzeit nicht garantieren. Die Quantenphysik ermöglicht aufgrund der Naturgesetze, dass Daten, die mit ihrer Hilfe verschlüsselt werden, abhörsicher sind. Mit dem erfolgreichen Experiment an der ÖAW konnte nicht nur diese Sicherheit erneut bewiesen werden, sondern auch dass die Technologie in Zukunft mithilfe von Satelliten weltumspannend eingesetzt werden kann.

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Personalisierte Medizin

Leukämie mit Kombinationstherapie Schachmatt setzen

„Die ersten Ergebnisse bei chronischer lymphatischer Leukämie sind vielversprechend, und ich bin überzeugt, dass unsere Methode zur Entwicklung personalisierter Therapien für Leukämie und andere Krebsarten beitragen wird.“
Christoph Bock, Bioinformatiker an der ÖAW

Worum geht es?

Viele neue Krebsmedikamente schalten gezielt einzelne Eiweiße aus, die für das Wachstum von Krebszellen wichtig sind. Ein Beispiel ist Ibrutinib, ein Medikament für chronische lymphatische Leukämie, die häufigste Blutkrebserkrankung in der westlichen Welt. Ibrutinib ermöglicht Patient/innen zwar ein langes Überleben, doch sie müssen das Arzneimittel jeden Tag einnehmen und oft schwere Nebenwirkungen ertragen. Um die Behandlung zu verbessern, wird die gezielte Kombination mehrerer Krebsmedikamente erforscht. Das Ziel ist, Medikamente zu finden, die mögliche Schwachstellen der mit Ibrutinib behandelten Leukämiezellen ausnutzen.

Was bringt das?

Am CeMM – Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW und der Medizinischen Universität Wien ist nun ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu besseren Therapiemöglichkeiten gelungen: Die Forscher/innen prüften an Blutproben von Betroffenen, die mit Ibrutinib behandelt wurden, ob es Medikamente gibt, die speziell die geschwächten Leukämiezellen abtöten – und sie wurden fündig. Hinter diesem Erfolg steht eine an ÖAW und MedUni neu entwickelte Methode. Die neue Methode ermöglicht es, eine große Zahl von Medikamenten parallel und effektiv nach vielversprechenden Kombinationen zu durchsuchen. Dank solcher Medikamenten-Kombinationen lässt sich die Leukämie in Zukunft vielleicht Schachmatt setzen, sodass die Behandlung nach einiger Zeit ohne negative Auswirkungen sogar abgesetzt werden kann.

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Geschichte von Ost und West

Byzanz lockt Tausende Besucher an

„Durch unser historisches Verständnis lassen sich bestimmte Konflikte, die heute existieren, besser erklären.“
Claudia Rapp, Byzantinistin an der ÖAW

Worum geht es?

Das Institut für Mittelalterforschung der ÖAW ist eines der europäischen Kompetenzzentren zur Geschichte des byzantinischen Reiches, das mit seiner Hauptstadt Konstantinopel über Jahrhunderte eine Weltmacht darstellte. Die Schallaburg in Niederösterreich blickte 2018 erstmals in einer großen Ausstellung mit dem Titel „Byzanz & der Westen“ auf das faszinierende Zusammenspiel aber auch Gegeneinander zweier Welten, die aus den Trümmern des Römischen Reiches entstanden sind. Wissenschaftler/innen der ÖAW haben die Schau maßgeblich mitgestaltet und sich am Begleitprogramm „Vorhang auf für die Wissenschaft“ mit Vorträgen beteiligt.

Was bringt das?

Die Schallaburg gilt als eines der wichtigen Ausstellungszentren in Niederösterreich. Mit ihrem Kulturprogramm bildet sie einen wichtigen Anlaufpunkt für die Menschen der Region und tausende Touristen, die nach Österreich kommen. Die von der ÖAW wissenschaftlich begleitete und mitgestaltete Schau lockte über 120.000 Besucher/innen an, die an den neuesten Erkenntnissen zu einer Zeit, aus der auch die Schallaburg selbst stammt, teilhaben konnten.

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Kulturerbe der Menschheit

Nepals UNESCO-Erbe wieder originalgetreu aufbauen

„Heute sind rund 100 Kulturstätten wiederaufgebaut und etwa 300 stehen noch aus.“
Nina Mirnig, Indologin an der ÖAW

Worum geht es?

Am 25. April 2015 bebte in Nepal die Erde. Es waren die stärksten Erdbeben in der Region um Kathmandu seit 80 Jahren. Der Zerstörung durch die Naturgewalt fielen auch zahlreiche Kulturschätze zum Opfer. So wurden etwa viele der historischen Gebäude am Durbar-Platz in Kathmandu, der zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt, beschädigt und stürzten teilweise ein. Die Indologin Nina Mirnig vom Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens der ÖAW, war nach dem Erdbeben als Expertin für die frühe Kulturgeschichte Nepals und für Sanskrit-Inschriften an Forschungen vor Ort beteiligt, deren Ziel es war, die verantwortlichen Stellen beim Wiederaufbau von Kulturgütern zu beraten.

Was bringt das?

Auch Forschung kann eine Form der Entwicklungszusammenarbeit sein. Der Wiederaufbau von Kulturgütern etwa nach Naturkatastrophen wie in Nepal ist für die nationale Identität eines Landes essenziell. Auch der Tourismus ist auf die einzigartigen Kulturgüter angewiesen. Für den Wiederaufbau braucht es die Expertise der Wissenschaft. Denn erst muss verstanden werden, warum Gebäude zusammengebrochen sind, damit bei der Restaurierung keine Fehler gemacht werden. Außerdem müssen die historischen Materialien dokumentiert und interpretiert werden, damit die Identität des Denkmals nicht verloren geht.

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Nachhaltiger Tourismus

Von Smarten Cities zu smarten Alpen

„Unser Ziel ist es, Entscheidungsträgern und Stakeholdern ein Planungstool für Wintertourismusregionen zur Verfügung zu stellen, damit sie Strategien für eine nachhaltigere Energienutzung besser umsetzen können.“
Annemarie Polderman, Gebirgsforscherin an der ÖAW

Worum geht es?

Gemeinsam mit zehn Projektpartnern aus sechs Alpenländern überprüft und testet das Institut für interdisziplinäre Gebirgsforschung der ÖAW bestehende technische Ansätze zum Sparen von Energie und der Reduktion von Treibhausgasemissionen in drei ausgewählten Zentren des alpinen Wintertourismus. Diese Orte sind Les Orres in Frankreich, Madonna di Campiglio in Italien und Krvavec in Slowenien. Während die Vision von „smarten“ Städten schon länger besteht, gibt es bei Tourismusorten – auch in Österreich – noch Bedarf an Forschung.

Was bringt das?

Viele Orte in den Alpen sind auf den Wintertourismus angewiesen. Gleichzeitig ist Wintersport nicht klimaneutral. Die Beschneiung von Pisten, die Nutzung von Skiliften, Hotelanlagen oder Verkehr – all das benötigt Energie und belastet damit die Umwelt. Die Forscher/innen der ÖAW wollen daher gemeinsam mit ihren internationalen Partnern herausfinden, wie Strategien zur CO2-Reduktion im Wintertourismus implementiert werden können.

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Regionale Wirtschaft

Wo Innovationen entstehen

„Für innovative Regionen ist die digitale Erreichbarkeit in Form von Breitbandanschlüssen zunehmend unverzichtbar.“
Jakob Eder, Geograph und Regionalforscher an der ÖAW

Worum geht es?

Armes Land, reiche Stadt? Alte Industrieregion, abgelegene Agrarregion? Besonders, wenn es um wirtschaftliche Innovationskraft geht, wird der Unterschied zwischen urbanem und ländlichem Raum gerne bemüht. Am Institut für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW wird untersucht, wo in Österreich Innovationen entstehen und ob es den behaupteten Unterschied zwischen Stadt und Land tatsächlich gibt.

Was bringt das?

Stadt versus Land – diesen Gegensatz gibt es in Wirklichkeit nicht. Während es Städte gibt, die mit Abwanderung und wirtschaftlicher Stagnation kämpfen, prosperieren auf der anderen Seite Regionen wie das Innviertel. Was für die Innovationskraft insgesamt eine größere Rolle spielt als die Stadt-Land-Unterscheidung, sind physische und vor allem digitale Erreichbarkeit sowie die Nähe zu Forschung und Absatzmärkten. Deswegen gibt es etwa entlang der Westbahnstrecke und Westautobahn zahlreiche innovative Betriebe und „Hidden Champions“. Diese Erkenntnisse sind für die Wirtschafts- und Regionalpolitik sowie für die Regionalförderung von Bedeutung – aber auch für Unternehmen, die sich in Österreich ansiedeln wollen.

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Migration und Integration

Wie Flüchtlinge Österreich sehen

„Kontakte zu Österreichern bestehen zumeist in Beratungssituationen oder im Rahmen von Flüchtlingsprojekten. Was aber fehlt, sind engere persönliche Bindungen außerhalb der ‚Flüchtlingsrolle‘.“
Sabine Bauer, Sozialanthropologin an der ÖAW

Worum geht es?

Rund 100 Geflüchtete aus Syrien, dem Irak und Afghanistan stehen im Mittelpunkt eines von Native-Speakern durchgeführten Befragungsprojekts des Instituts für Sozialanthropologie der ÖAW sowie dreier weiterer ÖAW-Institute. Ziel ist es, herauszufinden, welche Erfahrungen diese Menschen in Österreich gemacht haben und welche Erwartungen sie an das Leben in ihrer neuen Heimat haben. Erhebungsort ist nicht nur Wien, sondern auch kleinere österreichische Gemeinden, um Integrationsverlaufe in Stadt und Land untersuchen zu können. Ergänzt wird die Befragung durch Interviews mit Expert/innen aus Politik, NGOs und Zivilgesellschaft.

Was bringt das?

Migration und Integration sind hochaktuelle Herausforderungen der Gesellschaften Europas. Mit den Flüchtlingsbewegungen im Jahr 2015 sind zahlreiche Menschen auch nach Österreich gekommen. Wie diese ihre Situation im Land wahrnehmen, ist zentral, um geeignete Integrationsmaßnahmen zu treffen. So zeigen erste Ergebnisse der Studie beispielsweise, dass Geflüchtete sich mehr soziale Kontakte zur einheimischen Bevölkerung wünschen. Von den Erkenntnissen profitieren nicht nur Gesellschaft und Politik, sondern auch Nachbarländer in der EU, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

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Gesundheit

Blutgefäße aus Stammzellen entwickelt

„Die von uns entwickelten Organoide sind den menschlichen Kapillaren unglaublich ähnlich und erlauben uns erstmals, Blutgefäßerkrankungen direkt am menschlichen Gewebe zu untersuchen.“
Rainer Wimmer, Molekularbiologe an der ÖAW

Worum geht es?

Jedes einzelne Organ unseres Körpers ist von einem dichten Netz aus Blutgefäßen durchzogen. Die feinsten dieser Blutgefäße, Kapillaren genannt, versorgen jede einzelne Zelle unseres Körpers mit lebenswichtigem Sauerstoff. Krankhafte Veränderungen dieser Blutgefäße, wie etwa bei Diabetes, nehmen stark zu. Mittlerweile gibt es weltweit 420 Millionen Betroffene. Folgeerkrankungen sind etwa Nierenversagen, Erblindung, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Laut WHO verursacht dies Gesundheitskosten von rund 825 Milliarden Dollar pro Jahr. Neue Therapien werden somit dringend benötigt.

Was bringt das?

Wissenschaftler/innen am IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der ÖAW ist es erstmals gelungen, menschliche Blutgefäße aus Stammzellen herzustellen. Das ist ein Meilenstein für die Entwicklung neuer Therapien. Dank des neuen Modellsystems können die Forscher/innen nun die Krankheitsentstehung in menschlichen Blutgefäßen erstmals im Labor „nachspielen“. So können sie beispielsweise bestehende und neue Medikamente gegen Diabetes und seine Folgen an menschlichem statt tierischem Gewebe auf ihre Wirksamkeit testen.

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Musikalisches Erbe Österreichs

Originalwerke nicht länger verschollen

„Die Digitalisierung ermöglicht, diese Schriftstücke dauerhaft für die Nachwelt zu erhalten.“
Robert Klugseder, Musikhistoriker an der ÖAW

Worum geht es?

800 verschollen geglaubte Musikhandschriften konnten Wissenschaftler/innen des Instituts für kunst- und musikhistorische Forschungen der ÖAW im Archiv der Pfarre Spitz an der Donau entdecken. Darunter befinden sich wertvolle Abschriften von Kompositionen Ludwig van Beethovens, Joseph Haydns und Wolfang Amadeus Mozarts sowie Originalwerke von niederösterreichischen Kleinmeistern wie Franz Joseph Pfeiffer, Franz Schneider oder Joseph Nicolaus Spoth. Auf den musikalischen Schatz stießen die Forscher/innen im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts der ÖAW.

Was bringt das?

Österreich ist weltweit bekannt als Land der klassischen Musik, die zugleich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Tourismusmagnet ist. Mit den neu entdeckten Werken können neue Aufführungen im Rahmen von Konzerten und Festivals stattfinden. Durch die Digitalisierung der gefundenen Noten stehen diese zugleich der Öffentlichkeit, der Musikpraxis und der weiteren Forschung überall auf der Welt zur Verfügung. Doch nicht nur das: Durch deren Digitalisierung werden die empfindlichen Originale geschont und damit für kommende Generationen bewahrt.

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Bildungspolitik

Gebildete Gesellschaft, längeres Leben

„Dass sich der durchschnittliche Bildungsstand eines Landes derart stark auf die Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung auswirkt ist eine neue und überraschende Erkenntnis. Somit kann man Bildungspolitik gewissermaßen auch als Teil der Gesundheitspolitik betrachten.“
Marc Luy, Demograph an der ÖAW

Worum geht es?

Die Lebenserwartung hat in den letzten Jahrzehnten weltweit stark zugenommen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Höhere Hygienestandards, moderne Impfstoffe, bessere medizinische Versorgung und erfolgreiche Therapien von Infektionskrankheiten sind nur einige davon. Bisher wenig beachtet war aber die Frage, inwiefern sich auch strukturelle Veränderungen im Bildungssystem auf die Lebenserwartung einer Bevölkerung auswirken. Dafür haben Forscher/innen des Instituts für Demographie der ÖAW nun Daten aus einem Zeitraum von 20 Jahren aus den USA, Dänemark und Italien ausgewertet.

Was bringt das?

Das Ergebnis: Der Anstieg des gesamtgesellschaftlichen Bildungsniveaus, der in allen drei Ländern im Untersuchungszeitraum verzeichnet wurde, hat merklich zur höheren Lebenserwartung beigetragen. Insgesamt lässt sich etwa ein Fünftel der Erhöhung der Lebenserwartung auf die formal angestiegene Bildungsstruktur im jeweiligen Land zurückführen. In Italien zeichnet dieser Effekt des Bildungsgrads für 20 Prozent, in Dänemark für 22 Prozent und in den USA für etwa 18 Prozent des Anstiegs der Lebenserwartung verantwortlich. Konkret heißt das zum Beispiel: In Italien, wo die Lebenserwartung zwischen 1991 und 2011 durchschnittlich um 5,1 Jahre angestiegen ist, lässt sich rund ein Jahr dieser höheren Lebenserwartung allein auf die verbesserte Bildungsstruktur zurückführen. Bildungspolitik wird damit auch zur Gesundheitspolitik.

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Umweltschutz in der Landwirtschaft

Käfer statt Pestizide

„Die ersten Ergebnisse der molekularen Analysen zeigen, dass um die 70 Prozent der Käfer Unkrautsamen fressen.“
Corinna Wallinger, Biologin an der ÖAW

Worum geht es?

Laufkäfer haben einen ziemlich vielfältigen Speiseplan. Sie fressen alle möglichen Insekten, Unkrautsamen, Spinnentiere, Schadschnecken. Damit haben sie ein interessantes Potential für die Landwirtschaft. Noch weiß man allerdings zu wenig über ihre tatsächliche Ernährungsweise und saisonale Nahrungswahl. Erstmals untersuchen nun Wissenschaftler/innen des Instituts für interdisziplinäre Gebirgsforschung der ÖAW in Feldexperimenten, was bisher erst im Labor festgestellt werden konnte: Wo viele Laufkäfer leben, gibt es weniger Unkraut.

Was bringt das?

Jedes Jahr werden laut „Grünem Bericht“ des Landwirtschaftsministeriums rund 4.000 Tonnen Pestizide in Österreich verkauft. Während die einen in den Pestiziden einen notwendigen Pflanzenschutz sehen, betrachten andere diese als Risiko für nützliche Insekten sowie Umwelt und Mensch. Einig sind sich jedoch alle: je weniger Mittel eingesetzt werden müssen, umso besser. Die von den Forscher/innen der ÖAW untersuchten Laufkäfer könnten eine Möglichkeit sein, dies zu erreichen, da sie gleich für zwei Ökosystemleistungen sorgen: die Regulation von Schädlingen und das Fressen von Unkrautsamen. Dank der Käfer gäbe es in Zukunft somit weniger Pestizide, bei gleichbleibend hohem landwirtschaftlichem Ertrag.

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Kulturdenkmal und Tourismusmagnet

800-jährige Baugeschichte der Hofburg erforscht

„Keine andere Residenz weltweit ist auf vergleichbar hohem fachlichen und publizistischen Niveau erforscht.“
Anton Zeilinger, Präsident der ÖAW

Worum geht es?

In einem der größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprojekte der Zweiten Republik widmeten sich seit 2005 rund 40 Wissenschaftler/innen unter der Federführung des Instituts für kunst- und musikhistorische Forschungen der ÖAW der knapp 800-jährigen (bau-)historischen Vergangenheit der Wiener Hofburg. Dabei förderten sie neue Erkenntnisse zur mittelalterlichen Entstehung der Residenz ebenso zutage wie zu längst vergessenen Nutzungsformen, kühnen Bauprojekten und dynastisch-baupolitischen Ambitionen der Habsburger, die der Hofburg mit ihren heute 18 Trakten, 19 Höfen und 2.600 Räumen ihr Gesicht verliehen.

Was bringt das?

Hunderttausende Menschen besuchen jedes Jahr die Wiener Hofburg. Sie zählt zu den berühmtesten touristischen Sehenswürdigkeiten Österreichs. Sie ist Sitz des Bundespräsidenten, der Österreichischen Nationalbibliothek und mehrerer Museen. Die Geschichte dieses einzigartigen österreichischen Kulturdenkmals ist nun in fünf im ÖAW-Verlag erschienenen Bänden und auf insgesamt rund 3.000 Seiten umfassend untersucht. Das ist nicht nur ein bedeutender Beitrag zum kulturellen Gedächtnis des Landes, sondern auch ein Wissensschatz für kommende Generationen. Auf einer praktischen Ebene können die gesammelten Erkenntnisse etwa in die Kulturvermittlung für Tourist/innen oder das Ausstellungswesen von Museen einfließen.

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Digitalisierung

Die Achillesferse der vernetzten Gesellschaft

„Es zeichnet sich ein deutlicher Trend zu hochgradiger Vernetzung ab, der von Smart Homes bis zu Industrie 4.0 und autonomen Systemen reicht. Gleichzeitig wird aus Kostengründen oft bei Sicherheitskonzepten gespart. Diese Kombination kann erhebliche Probleme verursachen.“
Stefan Strauß, Wirtschaftsinformatiker an der ÖAW

Worum geht es?

Internet, Mobilfunkverbindungen, Stromnetze, Wasserversorgung und Verkehr: Die heutige Gesellschaft ist hochgradig digital vernetzt und profitiert von der Funktionsfähigkeit ihrer kritischen Infrastruktur, die aber zugleich deren Achillesferse ist. Sie ist verwundbar durch Unfälle, Naturkatastrophen, Terror oder Cybercrime. Eine Studie des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW hat die Gefährdungslage in Österreich unter die Lupe genommen.

Was bringt das?

Die gute Nachricht vorweg: Österreich scheint der Bedrohung durch einen Ausfall seiner kritischen Infrastruktur derzeit grundsätzlich gewachsen. Dennoch gibt es Verbesserungsbedarf. Zum einen bei der Identifizierung von Sicherheitsrisiken, die durch eine zunehmende Vernetzung entstehen, und zum anderen bei der Abstimmung zwischen den Akteuren, die im Krisenfall Einrichtungen der Infrastruktur schützen sollen. Die Analyse und Empfehlungen der Forscher/innen für eine erhöhte Sicherheit ermöglichen es Politik, Unternehmen, Infrastruktureinrichtungen und Sicherheitsbehörden sich besser auf Krisen vorzubereiten – was im Notfall Menschenleben retten kann.

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Gedenken an die Shoah

Aufarbeitung der Vergangenheit

„Der Öffentlichkeit sind diese Orte heute kaum bekannt und nur wenige historische Originalquellen sind erhalten. Die Ausstellung will bewusst machen, dass der Holocaust nicht nur in den Konzentrationslagern stattfand, sondern hier begann, inmitten der Stadt, vor den Augen der Wiener Bevölkerung.“
Heidemarie Uhl, Zeithistorikerin an der ÖAW

Worum geht es?

Kleine Sperlgasse 2a, Castellezgasse 35, Malzgasse 7 und 16 – diese Adressen in der Wiener Leopoldstadt sind im kollektiven Gedächtnis Österreichs kaum präsent, und das, obwohl es sich um zentrale Orte des nationalsozialistischen Völkermordes handelt. Hier haben sich in der Zeit des Nationalsozialismus vier Sammellager befunden, in denen Jüdinnen und Juden vor der Deportation in die Ghettos und Vernichtungslager interniert wurden. Der Großteil der mehr als 66.000 österreichischen Opfer des Holocaust wurde von diesen Sammellagern aus in die Vernichtung geschickt. Unter dem Titel „Letzte Orte vor der Deportation“ werden die Schicksale der dort internierten Menschen vom Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW in einer Wanderausstellung beleuchtet, die zum Auftakt in der Krypta am Wiener Heldenplatz gezeigt wurde.

Was bringt das?

Für die Ausstellung wurden Interviews mit den letzten Überlebenden der Wiener Sammellager geführt, die als Videos zu sehen sind. Vom Leben und vom Leiden in den Lagern erzählen auch zahlreiche Fotografien, Postkarten, Briefe und Gedichte deportierter Menschen sowie Deportationslisten, Notizen und Dokumente der Täter. Viele dieser oftmals aus Privatbesitz stammenden Ausstellungsstücke sind erstmals öffentlich zugänglich. Indem die Ausstellung Licht auf dieses dunkle Kapitel in der Geschichte des Landes wirft, leistet sie für Österreich einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung und für die Opfer und ihre Nachkommen zur Wiedergutmachung.

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Familienpolitik

Kinderwunsch und Realität

„Akademikerinnen bleiben weitaus häufiger hinter ihrem Kinderwunsch zurück. Deswegen sollte Familienpolitik bei ihnen ansetzen.“
Caroline Berghammer, Demographin an der ÖAW

Worum geht es?

Als „Fertility Gap“ bezeichnet man in der Wissenschaft die Lücke zwischen Kinderwunsch und tatsächlicher Kinderzahl. Die Vermutung, dass beides zunehmend auseinanderdriftet, wird oft als Argument für familienpolitische Maßnahmen angeführt. Doch ist dem überhaupt so? Demographinnen der ÖAW wollten es genauer wissen: Sie haben den in früheren Umfragen angegebenen Kinderwunsch und die tatsächlich erreichte Kinderzahl von über 12.000 Frauen in neunzehn Ländern Europas verglichen. Das Ergebnis: Es existiert eine Diskrepanz zwischen gewünschter und tatsächlicher Kinderzahl – vor allem bei österreichischen Akademikerinnen: sie wünschen sich zwei Kinder, bekommen aber im Durchschnitt nur 1,5.

Was bringt das?

Volkwirtschaftlich ist die Rechnung klar: Österreich braucht höhere Geburtenraten genauso wie hochqualifizierte Frauen. Die Erkenntnis, dass es aber vor allem diese Frauen sind, die am wenigsten Kinder bekommen obwohl sie sich mehr wünschen, ist ein wichtiger Ansatzpunkt für politische Maßnahmen. Ein gut ausgebautes Kinderbetreuungssystem, einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld, wie es in Österreich bereits existiert, sowie eine höhere Flexibilität von Arbeitszeiten und Arbeitsort, aber auch die Förderung einer stärkeren Väterbeteiligung in der Familie  könnten langfristig den „Fertility Gap“ bei Akademikerinnen verringern.

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Folgen technischer Entwicklungen

Ein Himmel voller Drohnen?

„Derzeit sind Lieferdrohnen in Österreich noch nicht zulässig. Man müsste dafür völlig neue Regelungen in der Luftverkehrsordnung schaffen.“
Michael Nentwich, Technikfolgenforscher an der ÖAW

Worum geht es?

Seit geraumer Zeit erobern sie unseren Alltag: Drohnen. Denn die Möglichkeiten, die sie bieten, scheinen verlockend, Foto- und Filmaufnahmen aus luftigen Höhen sind mit ihnen zum Beispiel ebenso möglich wie die Lieferung von Waren. Doch gerade ein drohnenbasierter Lieferverkehr hat seine Tücken, wie eine Studie des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW zeigt. So erhöht die Anzahl an Drohnen den Lärm für Mensch und Umwelt aber auch die Unfallgefahr. Wenn Drohnen autonom fliegen sollen, wirft ihr Einsatz zudem zahlreiche Fragen zum Datenschutz auf.

Was bringt das?

Paketdienste oder die Post investieren in Drohnentechnologie. In Island gibt es sogar bereits eine Pizzazustellung per Drohne. Politik und Gesellschaft müssen sich schon bald mit der Frage auseinandersetzen, wofür Drohnen eingesetzt werden sollen – und wofür nicht. So könnten Drohnen etwa Medikamente in schwer erreichbare Gebiete bringen. Sie könnten aber auch missbraucht werden, etwa für terroristische Anschläge. Studien bieten eine Entscheidungsgrundlage für die politische und rechtliche Regulierung dieser neuen Technik.

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Weltraumtechnik

Österreich auf dem Weg zum Merkur

„Von den vier erdähnlichen Planeten wurde der Merkur bisher am wenigsten erforscht. BepiColombo wird den Merkur im Detail untersuchen und so wichtige Puzzleteile über die Entstehung unseres Sonnensystems liefern.“
Werner Magnes, Weltraumforscher an der ÖAW

Worum geht es?

Die europäisch-japanische Raummission BepiColombo fliegt zum Planeten Merkur und bringt erstmals in der Geschichte gleich zwei Weltraumsonden zum kleinsten und innersten Planeten des Sonnensystems. Sieben Jahre wird die Reise dauern, dann werden sowohl die planetare Oberfläche als auch Merkurs Magnetosphäre genau unter die Lupe genommen, um damit mehr über den bisher kaum erforschten Planeten in Erfahrung zu bringen.

Was bringt das?

Österreich ist bei dieser wichtigen Mission zur Erforschung des Merkur mit an Bord. Eine Ionenkamera und zwei Magnetometer des Instituts für Weltraumforschung der ÖAW sind zentrale Bestandteile der Messungen „vor Ort“. Es ist nicht die erste Weltraumreise, an der ÖAW-Forscher/innen beteiligt sind. Das Grazer Institut hat sich längst einen internationalen Namen gemacht für hervorragende Weltraumtechnik „Made in Austria“. Umgekehrt profitiert auch Österreich vom Transfer von Know-how, der nicht zuletzt ein Grund dafür ist, dass Graz inzwischen als „Weltraumhauptstadt“ Österreichs gilt.

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Kulturschätze Österreichs

Bibliothek des Mittelalters 2.0

„Österreich hat eine unglaublich große und einzigartige Sammlung an mittelalterlichen Handschriften und unser Ziel ist, alle in einer Datenbank zu erfassen und so viele wie möglich in einer digitalen Kopie zugänglich zu machen.“
Christine Glaßner, Mittelalterforscherin an der ÖAW

Worum geht es?

25.000 Handschriften des Mittelalters befinden sich in den Klöstern und Bibliotheken Österreichs. Darunter befinden sich einzigartige Werke der Buchmalerei und bedeutende Kulturgüter wie die Melker Annalen aus dem 12. Jahrhundert oder ein seltenes Fragment des Nibelungenliedes, das erst Ende der 1990er Jahre entdeckt wurde. Bisher konnte man diese Bücherschätze aber nur an Ort und Stelle in den jeweiligen Institutionen einsehen und studieren.

Was bringt das?

Nun wandern Österreichs Handschriften ins Web. Die ÖAW-Plattform manuscripta.at wird Stück für Stück zu einer Online-Bibliothek des Mittelalters. Derzeit kann man bereits in mehr als 500 Handschriften aus Klöstern wie Admont, Klosterneuburg, Melk oder St. Peter in Salzburg virtuell blättern und in vergangene Welten eintauchen. Durch die Bibliothek 2.0 wird das Kulturerbe des Landes allen Menschen per Mausklick zugänglich und Forscher/innen weltweit können durch die Arbeit mit den Digitalisaten und Metadaten neue Erkenntnisse zur Geschichte Österreichs gewinnen.

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Verkehrstechnologie

Mit High Speed zum idealen Tunnel

„Bei der Erneuerung der Wendeanlage der U2 am Wiener Karlsplatz spielte die Vermeidung von hörbarem Sekundärluftschall eine große Rolle: wegen des nahe gelegenen Musikvereins.“
Holger Waubke, Schallforscher an der ÖAW

Worum geht es?

Bis zu 300 km/h bringen heutige Hochgeschwindigkeitszüge auf die Schiene. Das erfordert den Bau vieler neuer Tunnel, die zudem immer näher an bebautes Gebiet heranrücken. Schallforscher/innen der ÖAW arbeiten an einer neuen mathematischen Methode, um Parameter wie die Bodenbeschaffenheit, Tunnellänge, Zugbauweise und -geschwindigkeit in ein Verhältnis zu setzen. Das neue Rechenmodell soll Tunnelbauern einen effizienteren Lärm- und Erschütterungsschutz ermöglichen.

Was bringt das?

Wer neben oder über einem Eisenbahntunnel wohnt, ist zumeist wenig von unmittelbarem Lärm betroffen. Die Störung verläuft subtiler: Bodenerschütterungen und Sekundärluftschall zermürben viele Anwohner/innen. Denn gegen Erschütterungen und tiefe Bassfrequenzen, die bei einer Tunnelquerung an der Oberfläche entstehen, hilft es auch nichts, Fenster und Türen zu schließen, da sie die gesamte Struktur eines Hauses betreffen. Durch mathematische Modelle kann schon im Vorfeld dafür gesorgt werden, dass beim Tunnelbau auf die Reduzierung dieses unterschwelligen Lärms geachtet wird.

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