
We invite Cluster members to a 14-day expedition to major sites of the Silk Road in the Xinjiang region in Western China that are difficult to access for individual scholars without special ties to the region. The trip includes the important sites of Dunhuang, the Turfan Oasis, Kucha, and the regional capital of Urumqi with its famous museum collection. In Beijing, the group will also be able to visit two important collections of Eurasian heritage. The expedition is organized and led by Melanie Malzahn, Hannes Fellner, Tijana Krstic, Claudia Rapp, and Robert Rollinger.
The trip itself will be flanked by a preparatory workshop and lectures to familiarize participants with the region and its history, and to set individual research goals; after-workshop(s) will be designed to discuss the impact of the trip and design potential research outcomes.
The expedition will also be part of a PhD seminar at the University of Vienna, open to PhD students from all CoE institutions, and a Seminar within the Curriculum of the MA Indo-European Studies and Historical Linguistics at the Department of Linguistics specializing in ancient Turfan languages. PhD and MA Students will be expected to write seminar papers related to the ancient sites or a cultural heritage aspect.

Excluded from funding by the cluster is the international flight to and from Beijing which ought to be covered by all participants individually.
In this letter, please outline your research interests for the region and your commitment to covering the international flight to and from Beijing.
Successful applicants will be notified by September 30 at the latest.
If you are interested in joining the group with your own funding, please also contact us as well!
The round trip will amount to approx. 3000,- Euros per person excluding the international flight.
Q4 2025: Preparatory online meeting(s)
March 2026: Preparatory workshops and lectures
| 01.04.2026 | Arrival at Beijing Visit of National Cultural palace |
| 02.04.2026 | Beijing Visit of Forbidden City and National Museum |
| 03.04.2026 | Beijing-Dunhuang |
| 04.04.2026 | Dunhuang Visit Mogao Caves and Singing Sand Dunes |
| 05.04.2026 | Dunhuang Yadan National Park and Yumen Pass (Jade Gate) |
| 06.04.2026 | Dunhuang-Liuyuan-Turfan City Museum of Liuyuan and train journey to Turfan |
| 07.04.2026 | Turfan Visit Bezeklik Caves, Astana tombs, Jiaoha Ancient City, Kariz Irrigation System |
| 08.04.2026 | Turfan-Kucha Visit Sugong Pagode, train travel to Kucha |
| 09.04.2026 | Kucha Visit Kizil Thousand Buddha Caves |
| 10.04.2026 | Kucha Visit Kumtura Thousand Buddha Caves and town museum |
| 11.04.2026 | Travel to Urumqi Visit of Museum |
| 12.04.2026 | Flight Urumqi-Beijing |
| 13.04.2026 | City Walk with Hutong tour, transfer to airport |
| 14.04.2026 | Departure in the early morning |
Post-expedition discussion workshop(s) May (and / or June) 2026
including follow-up workshop in Node 2 to prepare a CoE work package on multicultural hotspots in peripheral locations (such as Dunhuang and Mediterranean sites)
Die Tarim Expedition: Eine Reise entlang der östlichen Seidenstraße by Sandra Wabnitz
Am 31. März 2026 war es endlich so weit. Erwartungsvoll bestieg ich zusammen mit 25 weiteren Wissenschaftler:innen das Flugzeug von Wien nach Peking. Unsere Gruppe umfasste Studierende und Wissenschaftler:innen verschiedener Forschungsrichtungen, u.a. den Sprachwissenschaften, der Tibet- und Buddhismuskunde, der Geschichte, der Archäologie und der Byzantinistik. Uns alle verband unser Forschungsinteresse an der Region Zentralasien beziehungsweise an der Seidenstraße, dem etwa 6400 km langen Netzwerk aus Handelswegen, das sich in der Antike und dem Mittelalter über den eurasischen Kontinent erstreckte. Die 14tägige Exkursion, die vom Cluster of Excellence EurAsia organisiert wurde, sollte uns von Peking aus zu den berühmten Knotenpunkten, faszinierenden Denkmälern und religiösen Stätten sowie atemberaubenden Landschaften entlang der ehemaligen östlichen Seidenstraße führen.
Peking
Am Flughafen in Peking wartete schon unser Reiseführer auf uns. Nach einem schnellen Flughafen-Kaffee und Frühstück, ging es auch schon weiter zum Tiananmen-Platz und der anschließenden Besichtigung der berühmten Verbotenen Stadt. In den nächsten zwei Tagen unseres Aufenthalts in der Hauptstadt besuchten wir mehrere Museen, unter anderem das Archäologische Museum mit über 6.000 Objekten. Bevor es wieder zum Flughafen ging, durfte der Besuch des Abschnitts der Chinesischen Mauer, der in der Ming-Dynastie (1386-1644) erbaut wurde, nicht fehlen.
Dunhuang
Nach den ersten interessanten Eindrücken der Kulturschätze in Peking führte uns unsere Expedition in die rund 2200 km nordwestlich gelegene Oasenstadt Dunhuang in der heutigen Provinz Gansu. Die Stadt am Rand der Taklamakan Wüste war dank ihrer Lage einer der bedeutendsten Knotenpunkte der ehemaligen östlichen Seidenstraße: Dunhuang lag am Schnittpunkt dreier Hauptverkehrsstraßen, die Ostasien mit Zentralasien und dem Westen verbanden. Dies führte auch dazu, dass verschiedene Kulturen, Sprachen und Religionen aufeinandertrafen. Die Multikulturalität der Oasenstadt spiegelt sich in den Mogao Grotten, einem zwischen dem 4. und 14. Jahrhundert errichteten Komplex aus mehreren hundert buddhistischen Höhlentempeln wider, der die verschiedenen Kunstrichtungen, Kulturen und Religionsströmungen vereint. Während der Besichtigung einzelner ausgewählter Höhlen, machten uns die Spezialist:innen unserer Gruppe auf die verschiedenen Kunstrichtungen Aufmerksam und erklärten uns die Bedeutung der buddhistischen Wandmalereien. Mein persönliches Highlight war Höhle 17 der Mogao-Grotten, auch bekannt als „Bibliothekshöhle“: in der kleinen und recht unscheinbaren Seitenhöhle wurden nämlich im Juni 1900 rund 60.000 Handschriften gefunden, die zwischen dem 5. und 11. Jahrhundert entstanden sind. Neben verschiedenen religiösen Schriften (u.a. buddhistische, manichäische, nestorianisch-christliche und hebräische Texte), umfasst der Fund auch eine Vielzahl an säkularen Texten, zu denen Briefe, Verwaltungsdokumente und Rechnungsbücher zählen, die uns einen Einblick in den Alltag des multikulturellen Dunhuangs gewähren. Während unseres Aufenthalts stand neben der Besichtigung der Mogao-Grotten auch der Besuch eines weiteren Abschnittes der Chinesischen Mauer auf dem Programm. Neben den Überresten des Danggu Signalfeuerturms und der Großen Fangpang Burg, einem Vorrats- und Waffenlager, ist dieser Abschnitt der Chinesischen Mauer eines der Zeugnisse der westlichen Expansionspolitik der Frühen Han-Dynastie (207 v. Chr.-9 n. Chr.). Der Zweck der Mauer beschränkte sich jedoch nicht allein auf die Abwehr der Feinde aus der eurasischen Steppe, sondern bot unter anderem die Möglichkeit nomadische Gruppen, die zu den Handelsplätzen reisten, zu besteuern. Den letzten Vormittag unseres rund dreitägigen Aufenthalts in Dunhuang verbrachten wir am Mondsichelsee inmitten der Singenden Sanddünen, die, wie der Name schon verrät, „singen“ wenn der Wind hindurchweht. Danach ging es mit dem Bus nach Liuyuan, von wo wir mit dem Hochgeschwindigkeitszug in nur 3,5 Stunden in das 633 km entfernte Turpan gelangten.
Turpan
Das umfangreiche Programm der nächsten Tage in und um Turpan, einer Oasenstadt in der heutigen Autonomen Region Xinjiang, umfasste die Besichtigung des vollständig aus Lehmziegel erbauten Emin-Minaretts (1777-1778) und der im 2. Jahrhundert v. Chr. erbauten Lehmstadt von Jiaohe. Die Tausend-Buddha-Grotten von Bezeklik, die zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert entstanden sind, standen auch auf dem Programm. Der Name dieser Höhlen leitet sich von einem wiederkehrenden Motiv in der buddhistischen Wandmalerei ab, das eine Vielzahl kleiner Buddhas im Lotussitz darstellt. Im Gegensatz zu den von Tourist:innen überschwemmten Mogao-Grotten waren wir hier die einzigen Besucher:innen, was uns die Möglichkeit bot die einzelnen Höhlen und Wandmalereien ungestört zu betrachten. Trotz der Zerstörung, die auf religiöse Umschwünge oder Plünderungen im Laufe der Jahrhunderte zurückzuführen ist, sieht man noch die Schönheit und das Detailreichtum der buddhistischen Wandmalereien. In der Höhle 16 befindet sich beispielsweise eine realistische Musikszene: sie zeigt Musiker verschiedener Ethnien mit diversen Blas-, Saiten- und Schlaginstrumenten. Auf dem Weg zu einem weiteren buddhistischen Höhlenkomplex, den im 5. Jahrhundert entstandenen Tuyugou Grotten, passierten wir das ‚Kulturdorf‘ Tuyugou, wo wir verschiedenste Nusssorten, unter anderem eine Walnuss, mit einem Eigengeschmack nach Schokolade sowie örtliche Datteln und Rosinen probierten. Die Gegend um die Stadt Turpan ist vor allem für seine Rosinen, die in den speziellen Lehmtrockenhäusern produziert werden, und für seinen traditionellen Weinbau bekannt. Zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen wird zum Teil noch das traditionelle Karez-System verwendet, das Schmelzwasser vom Tianshan Gebirge in die Oasenstadt leitet. Der Bau des, innerhalb des Tarim Becken einzigartigen, unterirdischen Brunnensystems wird im Karez Museum in Turpan veranschaulicht: die einzelnen Abschnitte des Kanals, welche manuell angelegt wurden, mussten exakt übereinstimmen und ein bestimmtes Gefälle aufweisen.
Kuqa
Unser nächster Halt in Xinjiang war die Stadt Kuqa, die wir nach einer siebenstündigen Zugreise von Turpan aus erreichten. Aus dieser Region stammte der berühmte Mönch und Übersetzer Kumārajīva (344-413 n. Ch.), dessen Übersetzungen buddhistischer Schriften aus dem Sanskrit die buddhistischen Lehren in China verbreiteten. Es ist also kaum überraschend, dass wir in Kuqa auf mehrere seiner Statuen stießen. Eine befand sich am Treppenaufgang zu den Kizil-Grotten, einem im 4. Jahrhundert n. Chr. entstandenen buddhistischen Felsenhöhlenkomplex. Hier erläuterten uns die Spezialist:innen aus der Tibet- und Buddhismuskunde die Abbildungen verschiedener Jātakas (moralisch lehrreiche Geschichten aus dem Leben Buddhas). Bei näherer Betrachtung dieser Wandmalereien, fanden wir in manchen eine kleine Beschriftung, die uns die Sprachwissenschaflter:innen übersetzten: es handelte sich dabei um die Farbbezeichnung auf Tocharisch, einer Sprache, die im Gebiet des heutigen Xinjiangs gesprochen wurde und welche um 1000 n. Chr. ausgestorben ist. Während unseres Aufenthalts in Kuqa erkundeten wir zudem den beeindruckenden Grand Canyon des Tianshan-Gebirges und besichtigten den Kizilgaha Signalfeuerturm, den am besten erhaltenen Wachturm entlang der Seidenstraße, sowie die beeindruckenden Ruinen des im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten Subashi Tempels, die bisher größte gefundene buddhistischen Klosteranlagen in Xinjiang.
Ürümqi
Wir verbrachten nur rund zwei Tage in Kuqa bevor es weiter nach Ürümqi, der Hauptstadt Xinjiangs, ging. Trotz unseres kurzen Aufenthalts in Ürümqi hatten wir noch Zeit für einen Besuch des Xinjiang Museums, das die berühmten, etwa 4000 Jahre alten Mumien aus dem Tarimbecken beherbergte, und einen Spaziergang durch den vielbesuchten Bazar. Am nächsten Tag traten wir unsere Rückreise über Peking nach Wien an und langten somit am Ende unserer 14tägigen Exkursion entlang der ehemaligen östlichen Seidenstraße an. Die Tarim Expedition war für mich als Doktorandin, die sich mit dieser Region beschäftigt, eine einmalige, lehrreiche und überaus anregende Studienreise, die viele neue Eindrücke hinterließ und zusammen mit dem ergiebigen Austausch mit den anderen Teilnehmenden meine eigenen wissenschaftlichen Kenntnisse und Forschung bereicherte.
If you wish to participate, kindly submit a letter of intent to Melanie Malzahn melanie.malzahn(at)univie.ac.at and Jeanette Kilicci jeanette.kilicci(at)univie.ac.at no later than September 14, 2025.