Dass Bakterien weit über ihre Rolle als Krankheitserreger hinaus lebensnotwendige Funktionen im menschlichen Körper erfüllen, ist längst bekannt.
Doch das technische Anwendungsspektrum dieser wandelbaren Mikroorganismen reicht noch viel weiter: Von Zellulosegewinnung über Abwasserbehandlung bis zu Halbleitermaterialien eröffnen sich vielfältigste Möglichkeiten.
Ein besonders zukunftsweisendes Feld ist die medizinische Forschung zu therapeutischen Zwecken. Aufbauend auf den Erkenntnissen zum Einsatz von Nanomaterialien als Trägersystemen werden Bakterien mit künstlichen Beschichtungen – sogenannten Stealth Coatings – versehen. Diese „Tarnkappen“ verhindern die Detektion und Eliminierung durch das Immunsystem, um ein ungehindertes Erreichen des Zielortes, wie etwa zu behandelndes Tumorgewebe, zu ermöglichen.
Im aktuellen Dossier unter dem Titel „Immungetarnte Bakterien. Potenziale und Risiken von Coated Stealth Bacteria“ beschäftigt sich das Projektteam von NanoTrust-Beyond, Gudrun Lettner und Jean Schmitt, mit zentralen Fragestellungen dieser Technologie
Wie und mit welchen Materialien werden die Mikroorganismen beschichtet? Welche therapeutischen Potenziale ergeben sich daraus? Mit welchen Problemen sieht sich die Forschung aktuell konfrontiert?
Adressiert werden neben medizinisch-technischen Herausforderungen auch potenzielle Risiken wie Antibiotikaresistenzen und Umweltkontamination sowie die Gefahren einer missbräuchlichen Verwendung bis hin zur Entwicklung biologischer Waffen.

