
Die Tagung „Regionalität und Globalität in Zentraleuropa“ beschäftigt sich damit, wie zentraleuropäische Literatur kleine und scheinbar periphere ländliche Räume darstellt und wie sich neuere Kulturwissenschaft für diese Räume interessiert. Im Zentrum steht dabei eine oft fragwürdige, in den Geisteswissenschaften einst verbreitete Alternative: Entweder weitet sich das Interesse auf globale Perspektiven aus oder es hält weiterhin an nationalen Perspektiven als zentralem Fokus fest. Das „Regionale“ bietet eine Möglichkeit, diese Zwangsalternative von „Nation“ und „Globalität“ zu unterlaufen: Kleine, überschaubare Räume werden dabei in Literatur wie Forschung zunehmend als Mikrokosmen verstanden, an denen weitreichende gesellschaftliche, kulturelle und politische Prozesse beispielhaft dargestellt oder aber auch Gegenbilder imaginiert werden. Ferne Spiegelungen des Ländlichen fungieren als interrurale Sehnsuchtsorte; dort, wo Urbanität als Erfolgschance vorgestellt wird, fragmentiert dies die Einheit der Stadt.
Die Tagung analysiert, wie im Kontext zentraleuropäischer Identität, Globalisierung und „supranationaler Stufenbauten“ regionale Vielfalt und lokale Strukturen neu verhandelt werden. Dazu wird die Frage gestellt, wie sich zentraleuropäische Literaturen aneinander orientieren und voneinander abgrenzen, wenn sie vom Lokalen ausgehend ihre jeweilige Rolle im europäischen Selbstverständnis suchen. Ziel ist es, die vielfältigen Verknüpfungen zwischen dem Lokalen und der Imagination größerer politischer Einheiten literarhistorisch zu analysieren und aus dieser Perspektive zentraleuropäische Zusammenhänge vergleichbar zu machen.
Information
Tagung des Literatur- und kulturwissenschaftlichen
Komitees der Österreichischen und Ungarischen
Akademie der Wissenschaften
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