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Die europäischen Mächte und Archäologie auf dem Balkan, ca. 1800–1918

jour fixe culture studies with Maximilian Georg

23.01.2025

Die berühmtesten antiken Monumente auf dem Balkan stehen zweifellos in Griechenland. Doch auch die Länder des ehemaligen Jugoslawiens sowie Albanien beherbergen verschiedene römische, griechische und prähistorische Stätten, die seit dem frühen 19. Jahrhundert wissenschaftlich erhalten und erforscht werden. Die Balkanländer selbst brachten ab dem Ende des Jahrhunderts Archäologen (im modernen Sinne) hervor. Die ersten Balkanarchäologen kamen dagegen meist aus Österreich, Frankreich, Großbritannien, Russland, Italien und Deutschland. Österreich(-Ungarn) regierte das heutige Slowenien, Kroatien und später auch Bosnien-Herzegowina, während auf dem östlichen Balkan die osmanische Herrschaft zusehends zerfiel. Daher verfolgten neben Österreich auch die anderen europäischen Mächte geopolitische, imperial-koloniale und andere Ziele auf dem Balkan. Mein Vortrag untersucht in vergleichender Perspektive, wie sich vor diesem Hintergrund die Aktivitäten der ausländischen Archäologen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs entfalteten. Welche Forscher und Institutionen waren beteiligt, in welchem Verhältnis standen sie zu ihren Regierungen, aus welchen Gründen interessierten sie sich für welche Balkanländer und -stätten, und inwiefern konkurrierten dabei die Mächte archäologisch miteinander?

Maximilian Georg ist Historiker und hat sich an der Universität Leipzig mit der Geschichte der Archäologie in Ägypten im 19. und frühen 20. Jahrhundert beschäftigt, die damals westlich dominiert war. Schwerpunkte waren die politischen Hintergründe dieser Archäologie sowie die Rolle ägyptischer Arbeiter bei Ausgrabungen. Seit Oktober 2024 führt er am IKW das Forschungsprojekt Macht und die Vergangenheit zur Geschichte der Archäologie auf dem Balkan durch, dessen erste Ergebnisse der Vortrag präsentiert.

 

date:
23. Jänner 2025, 16h30-18h

venue:
Museumszimmer der ÖAW,
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2,
10 10 Wien

contact:
Mag. Caroline Hofer
[email protected]